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Bistum Limburg : Van-Elsts neunmalkluger Schutzherr

Eine Lanze nach der anderen bricht der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, der deutsche Kurienerzbischof Müller, für Tebartz van-Elst – obwohl er mit der Sache gar nicht befasst ist.

          Rom handelt klug. So heißt es in dem Schreiben, mit dem sich der von Papst Franziskus eingesetzte Generalvikar Wolfgang Rösch am Wochenende an die Katholiken im Bistum Limburg gewandt hat. Aber wer oder was ist Rom? Kardinal Ouellet, der Präfekt der Bischofskongregation, hatte noch Anfang September „volles Vertrauen“ in die Amtsführung des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst und verlangte noch im Oktober von namhaften deutschen Bischöfen, sich öffentlich mit einem Amtsbruder zu solidarisieren, der zwei evident falsche eidesstattliche Erklärungen abgegeben hatte.

          Briefe dieses Inhalts schreibt der kanadische Kardinal mittlerweile nicht mehr. Er ist klüger geworden. Der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre, der deutsche Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller dagegen, der mit der Causa Limburg nicht befasst ist, bricht für Tebartz-van Elst eine Lanze nach der anderen. Der Geistliche, der sich selbst stets von Mitbrüdern und Medien verfolgt fühlt, mag das für sein gutes Recht halten. Klug ist es nicht.

          Für Papst Franziskus könnte sich bald die Frage stellen, wie weise es ist, einen Neunmalklugen an der Spitze der Glaubenskongregation zu haben.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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