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Bistum Limburg : Kein kirchenrechtliches Strafverfahren gegen Tebartz-van Elst

Beliebtes Motiv: ein Gemälde des ehemaligen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst im Bischofssitz in Limburg Bild: dpa

Der vormalige Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst muss keinen Schadenersatz zahlen - obwohl er bei der Finanzierung seiner rund 31 Millionen Euro teuren Residenz widerrechtlich handelte. Im Vatikan hat er noch immer einflussreiche Unterstützer.

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          Die finanziellen Machenschaften des vormaligen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst haben keine juristischen Folgen. Im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft Limburg unter Hinweis auf das kirchliche Selbstbestimmungsrecht keinen Grund erkennen wollen, gegen den vormaligen Bischof ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue einzuleiten. Jetzt hat der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Bischöfe, der kanadische Kardinal Marc Ouellet, dem Limburger Diözesanadministrator Manfred Grothe mitgeteilt, dass man es für „nicht angebracht“ halte, die Klage des Bistums auf Schadenersatz zu prüfen, geschweige denn ein kirchenrechtliches Strafverfahren zu eröffnen. Diese Entscheidung, so heißt es in einer Mitteilung des Bistums Limburg, sei im Einvernehmen mit dem Staatssekretariat gefallen – mithin im Zusammenwirken zweier der engsten Mitarbeiter von Papst Franziskus.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Tebartz-van Elst, der seit Februar 2008 als Nachfolger von Bischof Franz Kamphaus an der Spitze des Diözese Limburg stand, hatte im Herbst 2013 das Bistum verlassen und ein halbes Jahr später sein Amt zur Verfügung gestellt. Eine von Rom eingesetzte Kommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Bischof und sein Generalvikar Kaspar bei der Finanzierung eines neuen Bischofshauses weitgehend widerrechtlich vorgegangen waren. Wesentliche Vorschriften des Kirchenrechts über die Verwaltung und Verwendung von Kirchenvermögen waren wissentlich missachtet oder umgangen worden. Außer juristischen Verfehlungen war Tebartz-van Elst und einigen seiner Vertrauten nachgewiesen worden, die Öffentlichkeit wissentlich und willentlich über die Baukosten in Höhe von mehr als 31 Millionen Euro belogen beziehungsweise Mitarbeiter zu entsprechenden Lügen angestiftet zu haben.

          Deutlich teurer als geplant: der Bischofssitz in Limburg

          Personen, die im Vatikan ein- und ausgehen, berichteten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung übereinstimmend, dass  sich Tebartz-van Elst bis heute für unschuldig hält. In dieser Haltung werde er von maßgeblichen Kardinälen wie Ouellet, Parolin (Staatssekretariat) sowie Müller (Glaubenskongregation) bestärkt. Unterstützung erfahre Tebartz van Elst, der mittlerweile als „Delegat“ dem „Päpstlichen Rat für Neuevangelisierung“ zugeordnet ist, auch aus dem Umfeld des emeritieren Papstes Benedikt XVI.. Der Apostolische Nuntius in Berlin, Erzbischof Eterovic, machte dem Limburger Domkapitel jüngst sogar in rüdem Ton Vorhaltungen, wie sie sich als Repräsentanten einer reichen Kirche unterstehen könnten, gegenüber Tebartz-van Elst auf Schadenersatz zu dringen.

          Die Forderung des Bistums bezog sich „nur“ auf einen Betrag in Höhe von 3,9 Millionen Euro, der nach Fertigstellung des Baus abgeschrieben werden musste. Die Vielzahl an extravaganten und extrem kostspieligen Gewerken, die die Baukosten auf insgesamt mehr als 31 Millionen Euro getrieben haben, werden längst als fait accompli betrachtet.

          Auf Granit biss Grothe in der vergangenen Woche in Rom auch bei dem Bemühen herauszufinden, wie viel Gehalt Tebartz-van Elst in seiner neuen Aufgabe als Delegat erhält. Das Bistum Limburg zahlt dem emeritierten Bischof weit mehr als 6000 Euro im Monat. Dieser Betrag soll nach dem Willen der interimistischen Bistumsleitung um das Gehalt gekürzt werden, das Tebartz in Rom erhält. In der Glaubenskongregation beschied man Grothe schon zum zweiten Mal, man wissen von nichts.

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