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Bischofskonferenz : Immer noch kein Konzept für Entschädigungen

Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz beten beim Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung im September. (Archivbild) Bild: dpa

Katholische Bischöfe konnten sich bei der Entschädigung der Missbrauchsopfer weder auf die Summe einigen noch darauf, wo das Geld herkommen soll. Dafür soll eine andere Maßnahme in Zukunft greifen.

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          Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) ist sich nach den Worten des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße noch nicht darüber im Klaren, wie das Verfahren zur „Anerkennung des Leides“ von Missbrauchsopfern neu geregelt werden soll. Heße sagte am Freitag vor der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in Bonn, die Bischöfe hätten bei ihren Beratungen in dieser Woche weder entschieden, in welcher Höhe künftig Zahlungen geleistet werden sollten, noch, wie die entsprechenden Mittel aufgebracht würden. Allerdings habe man sich darauf verständigt, dass auf der Ebene der Bischofskonferenz ein „Betroffenenbeirat“ eingerichtet werden solle.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Heße reagierte mit seinen Erläuterungen auf Befürchtungen in den Reihen des ZdK, dass die Kirchensteuer abermals ins Gerede käme und die Zahl der Kirchenaustritte in die Höhe schnellen könnte, sollten Entschädigungszahlungen von bis zu 300.000 Euro nicht aus dem Vermögen der Bistümer, sondern von den Kirchensteuerzahlern aufgebracht werden. Der Missbrauchsbeauftragte der DBK, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, hatte jüngst entsprechende Gedankenspiele angestellt.

          Die Vizepräsidentin des ZdK, Claudia Lücking-Michel, hielt dem entgegen, der Appell Ackermanns an eine Solidargemeinschaft gehe ins Leere. Die Solidarität der Laien gelte den Opfern und nicht jenen Verantwortlichen und Institutionen, die nun nach Auswegen angesichts finanzieller Forderungen suchten. Es könne nicht sein, dass Laien für Straftaten von Klerikern haftbar gemacht würden, obwohl sie gegenüber der Kirchenleitung praktisch keine politische und rechtliche Handhabe besäßen, um Machtmissbrauch zu verhindern.

          Betroffene nicht ungleich behandeln

          Das ZdK sah sich ebenfalls nicht in der Pflicht, den Bischöfen Vorschläge zu machen, wie eine „aufrichtig gemeinte Entschädigung“ von Opfern sexueller Gewalt aussehen und ausgestaltet werden könne. Heße erhielt jedoch Beifall für seine Überlegung, man solle diese Frage nicht im Binnenraum der katholischen Kirche klären, sondern gemeinsam mit anderen betroffenen Organisationen, etwa der evangelischen Kirche, aber auch aus dem Bereich des Sports. Es könne nicht sein, dass Betroffene ungleich behandelt würden und jene, die im Kontext der katholischen Kirche Gewalt erfahren hätten, besser dastünden.

          Am Nachmittag billigte die Vollversammlung ungeachtet der Kritik an zahlreichen Einzelbestimmungen mit klarer Mehrheit das Statut des sogenannten „Synodalen Wegs“, das in den vergangenen Monaten zwischen der DBK und der Spitze des ZdK ausgehandelt worden war. Demnach sollen in den beiden kommenden Jahren zwischen der DBK und dem ZdK „auf Augenhöhe“ vier Problemkomplexe bearbeitet werden, die als systemische Ursachen von Machtmissbrauch und sexueller Gewalt in der Kirche gelten: die inferiore Stellung der Frauen, die Machtverteilung in der Kirche, die Sexualmoral und die Lebensform der Priester. Die inhaltliche Vorarbeit soll in vier Foren geleistet werden, eine öffentliche Debatte in vier mehrtägigen Plenumsveranstaltungen stattfinden.

          Die Vizepräsidentin des ZdK, Karin Kortmann, beschrieb den Synodalen Weg als „Neuland für alle Beteiligten“. Als solcher dokumentiere er aber ein „vorher ungekanntes, hohes Maß an Einigkeit in der katholischen Kirche in Deutschland, bis auf wenige, allerdings sehr lautstarke Stimmen“. Indem das ZdK von den deutschen Bischöfen als Partner „auf Augenhöhe“ anerkannt worden sei, sei es aber auch mitverantwortlich für das Gelingen oder auch das Scheitern dieses Weges.

          Aus der Sicht vieler Mitglieder des ZdK besteht das größte Risiko des Weges darin, dass Entscheidungen oder Beschlüsse, die am Ende des Synodalen Weges gefasst würden, von einer größeren oder kleineren Zahl an Bischöfen nicht als verbindlich angesehen würden. Allgemeinen Unmut rief der Umstand hervor, dass Frauen in der deutlichen Unterzahl sind, vor allem aufgrund der Übermacht der Bischöfe und Priester (je Bistum einer). Erzbischof Heße wiederum erhielt großen Beifall für seine Äußerung, er hoffe, der Synodale Weg gehe nicht schon nach zwei Jahren zu Ende, sondern bewähre sich so, dass die Beratungsformate zu einer Dauereinrichtung würden – und als solche zum Vorbild für die Weltkirche.

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