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Bischof Tebartz-van Elst : Zurück in die Öffentlichkeit?

Auf der Gästeliste: Franz-Peter Tebartz-van Elst Bild: dpa

Zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wird mit dem Erscheinen des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst gerechnet. Der Verabschiedung des Kölner Kardinals Meisner blieb er wider Erwarten fern.

          Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst könnte an der morgen beginnenden Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) teilnehmen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sich der von Rom eingesetzte Generalvikar des Bistums, Wolfgang Rösch, noch nicht für die Vollversammlung angemeldet, da mit dem Erscheinen des mit einer „Auszeit“ belegten Bischofs gerechnet werden muss.Der Sprecher der Bischofskonferenz, Kopp, sagte der Zeitung am Sonntag nachmittag: „Wir haben noch immer keine Informationen, ob Tebartz-van Elst kommt oder nicht“.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Seit dem Eintritt der sogenannten „Auszeit“ des Bischofs, die Ende Oktober 2013 von Papst Franziskus verfügt wurde, steht Rösch an der Spitze der Bistumsverwaltung. Mit einem Mandat des Vatikan hat er das Bistum in allen einschlägigen Gremien der Bischofskonferenz vertreten. Als Generalvikar ist Rösch satzungsgemäß nicht Mitglied der Vollversammlung der DBK.

          Diese besteht aus den Diözesanbischöfen wie Tebartz-van Elst, den Weihbischöfen – und im Fall der Vakanz eines Bistums – den sogenannten Diözesanadministratoren. Die Vollversammlung wird am Dienstag über die Lage der Kirche in Deutschland beraten und am Mittwoch einen neuen Vorsitzenden wählen. Der vormalige Erzbischof von Freiburg Robert Zollitsch, der der Bischofskonferenz seit sechs Jahren vorsteht, kann aus Altersgründen nicht wiedergewählt werden.

          Nicht bei Verabschiedung Meisners

          Tebartz-van Elst steht seit Sommer vergangenen Jahres im Verdacht, bei der Finanzierung des mehr als 30 Millionen Euro teuren Neubaus eines sogenannten „Diözesanen Zentrums“ gegen Vorschriften des Kirchenrechts verstoßen zu haben. Am Samstag vergangener Woche hat die Kommission, die von der Deutschen Bischofskonferenz zur Prüfung des Finanzgebarens des Bischofs und seines Generalvikars Franz Kaspar eingesetzt wurde, ihren Bericht dem DBK-Vorsitzenden Erzbischof Robert Zollitsch übergeben. Seit Montag liegt das nach wie vor geheimgehaltene Dokument auch der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre vor.

          Diese soll über die Causa Tebartz-van Elst befinden und Papst Franziskus raten, wie er mit dem Bischof verfahren soll. In Deutschland wurde im Dezember ein Ermittlungsverfahren gegen Tebartz-van Elst wegen falscher Aussagen an Eides statt rechtskräftig eingestellt. Um mit einer Geldauflage in Höhe von 20.000 Euro davonzukommen, hatte der Bischof zu Händen der Hamburger Justiz eingestehen müssen, in zwei Fällen wissentlich die Unwahrheit gesagt zu haben.

          Vor dem Beginn der Vollversammlung war Bischof Tebartz-van Elst am Sonntag im Rheinland erwartet worden. Der aus dem Bistum Münster stammende Geistliche stand auf der Liste der Gäste, die an der Verabschiedung des Kölner Kardinals Joachim Meisner aus dem Amt des Erzbischofs von Köln teilnehmen sollten. Dem Festakt am Vormittag blieb Tebartz-van Elst jedoch ebenso fern wie dem Festgottesdienst am Nachmittag.

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