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Bildungsministerin Karliczek : Die Unterfliegerin

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei einer Pressekonferenz im Mai 2019: Der Gegenwind, den sie verspürt, ist nicht immer angenehm – demotiviert hat er sie aber noch nicht. Bild: dpa

Bildungsministerin Anja Karliczek gilt als ungeschickt, die Länder wollen sie in der Debatte um Bildungszusammenarbeit sogar ausbooten. Sie macht trotzdem weiter. Ein Porträt.

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          Vor dem Treffen mit Anja Karliczek sprechen andere über Anja Karliczek. Es sind Politiker aus Bund und Ländern und Mitarbeiter aus deren Büros. Am Telefon sagen die meisten erst etwas Gutes und dann etwas Schlechtes. Das Gute ist immer gleich. Karliczek sei eine sympathische, einnehmende Frau. Gespräche mit ihr verliefen stets angenehm. Sie sei auch immer gesprächsbereit. Einer fasst zusammen: „Persönlich gibt es nichts auszusetzen.“ Eine andere sagt: „Mit ihr als Person habe ich kein Problem.“

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dann kommt das Schlechte. Das variiert, läuft aber immer auf dasselbe hinaus: Die Bundesministerin für Bildung und Forschung glänze nicht gerade in ihrem Amt. Karliczek sei unsicher, unerfahren, ungeschickt. Ohne Gespür für Zwischentöne und ordentlich stur. Sie stimme sich nicht mit den Ländern ab, habe vermutlich „den Föderalismus noch nicht ganz verstanden“. Karliczek sage Sachen, „die man von einer Forschungsministerin anders erwartet hätte“. Wie den Satz, dass man 5G ja nicht an jeder Milchkanne brauche. Sie sehe sich als Sachverwalterin des Koalitionsvertrags, habe aber keine eigene Grundüberzeugung. Der heftigste Vorwurf: „Sie ist komplett unpolitisch.“

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