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Bildungsbericht : Deutschland braucht mehr Lehrer und Erzieher

Um der Bildungskluft entgegen zu wirken, benötigt Deutschland mehr Lehrer und Erzieher – so der Bildungsbericht. Bild: dpa

Die Bildungskluft wächst: Die soziale Herkunft hat noch immer einen starken Einfluss auf den Bildungsabschluss. Die Autoren des Bildungsberichts fordern einen Umbau des Systems.

          In dem Maße, in dem Akademikerkinder nach immer höheren Abschlüssen streben, wächst die Kluft zwischen ihnen und Kindern mit ungünstigen sozioökonomischen Voraussetzungen. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren des Nationalen Bildungsberichtes, der am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. 79 Prozent der Akademikerkinder studieren, nur 24 Prozent der Kinder von Eltern ohne Abitur mit einer Berufsausbildung. „Die soziale Herkunft hat nach wie vor einen zu starken Einfluss auf den Bildungserfolg“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und verwies darauf, dass dieser Befund nicht nur für Deutschland, sondern viele andere europäische Länder gelte. Sie will deshalb die berufliche Bildung stärken.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die Autoren des Bildungsberichts forderten einen Umbau des Bildungssystems und die Einstellung von mehr Lehrern und Erziehern. Allein in den Kindergärten und Schulen werden mehrere hunderttausend gut ausgebildete Erzieher und Lehrer fehlen. Durch steigende Geburtenraten und viele Zuwanderer kann von einer demographischen Rendite schon längst nicht mehr die Rede sein. Hinzu kommt, dass es immer schwieriger wird, jenseits der Ballungsräume die Bildungsinfrastruktur etwa in Regionen mit hoher Abwanderungsrate aufrechtzuerhalten. Durch mehr Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, und die Inklusion von Kindern mit Förderbedarf sind die Anforderungen in allen Bildungseinrichtungen an das pädagogische Personal erheblich gestiegen.

          Die Betreuungsplätze für unter Dreijährige wurden erheblich ausgebaut (475.000 Plätze mehr), doch es gibt immer noch nicht genug. 94 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren besuchen inzwischen eine frühkindliche Bildungseinrichtung. Migrantenkinder profitieren jedoch nur dann von der Kita, wenn sie mindestens zwei Jahre dort bleiben und speziell gefördert werden, während Kinder aus bildungsnahen Familien in jedem Fall einen Kompetenzgewinn zeigen, der dann mit Beginn der Schule weiter ansteigt. Die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft liegen im Jahr 2016 bei 281,7 Milliarden Euro. Die Ausgaben für jeden Schüler sind auf 6900 Euro im Jahr 2015 gestiegen.

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