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BGH-Urteil zur Abstammung : Jeder hat einen Anspruch auf Auskunft

Auch adoptierte Kinder haben einen Anspruch darauf zu wissen, wer ihre biologischen Eltern sind. Bild: Getty

Für die meisten Menschen ist es buchstäblich eine Lebensfrage, wer die biologischen Eltern sind. Eine Adoption ändert daran in der Regel nichts.

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          Wenn es um das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung geht, dürfen adoptierte Kinder nicht schlechter gestellt werden als andere. Das hat der Bundesgerichtshof am Mittwoch aus guten Gründen klargestellt. Er gab einer Frau recht, die kurz nach ihrer Geburt adoptiert wurde und von ihrer biologischen Mutter vergeblich Auskunft über ihren biologischen Vater verlangt.

          Das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung ist aber Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. So hat es das Bundesverfassungsgericht schon 1989 entschieden. Für die meisten Menschen ist es schließlich eine Lebensfrage, wer die biologischen Eltern sind.

          Die Folgen bleiben umstritten

          Eine Adoption ändert daran in der Regel nichts. Mit ihr erlischt zwar das rechtliche Verhältnis zwischen biologischer Mutter und Kind. Der Auskunftsanspruch, der mit der Geburt entstanden ist, bleibt aber bestehen. Was aus der damaligen Entscheidung für Kinder, Väter und Scheinväter im Einzelnen folgt, ist bis heute umstritten. Ihren Rechten können andere entgegenstehen.

          Dazu zählen die informationelle Selbstbestimmung der Mutter und ihre Intimsphäre – für deren Achtung sie allerdings gute Gründe vorweisen muss. In dem Verfahren vor dem Bundesgerichtshof gab die Mutter an, sich „an keinen möglichen Erzeuger“ erinnern zu können. Mit diesem Hinweis hat sie, wie es im Zivilrecht heißt, den Auskunftsanspruch nicht erfüllt.

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

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