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Bewährungsstrafe : Kurras wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt

  • Aktualisiert am

Karl-Heinz Kurras ist heute 81 Jahre alt Bild: ddp

Der ehemalige West-Berliner Polizeibeamte und frühere Stasi-Spitzel Karl-Heinz Kurras, der 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschoss, ist wegen illegalen Waffenbesitzes zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

          Das Berliner Amtsgericht hat den pensionierten Polizisten Karl-Heinz Kurras wegen illegalen Waffenbesitzes am Freitag zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. In der Wohnung des 81 Jahre alten Kurras, der 1967 in West-Berlin den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hatte, war im Juni ein geladener Revolver sichergestellt worden. Auch 165 Patronen und einen sogenannten Totschläger hatten Beamte beschlagnahmt.

          Erst Ende Mai 2009 war Kurras als Stasi-Spion enttarnt worden. Er hatte von 1955 bis 1967 für das DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) die West-Berliner Polizei ausgespitzelt. Nach seinen tödlichen Schüssen auf den Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 wurde er als Spitzel allerdings „abgeschaltet“. Noch im gleichen Jahr wurde der Polizist vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung an dem Studenten Benno Ohnesorg freigesprochen.

          Die Spitzeltätigkeit von Kurras war erst im Frühjahr dieses Jahres bekanntgeworden und hatte eine neue Debatte über eine Stasi-Überprüfung bei der West-Berliner Polizei ausgelöst. Nach Angaben eines Justizsprechers wird der Fall Ohnesorg derzeit vom Generalstaatsanwalt in Berlin „vor dem Hintergrund der aktuellen Erkenntnisse der Stasiverwicklung von Kurras“ geprüft.

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