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Betroffene im Erzbistum Köln : Von Woelki überrumpelt

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am 31. Mai 2022 Bild: dpa

Das Erzbistum Köln bestreitet, dass Kardinal Woelki den Betroffenenbeirat für seine Zwecke instrumentalisiert hat. Recherchen der F.A.Z. stützen diese Darstellung jedoch.

          3 Min.

          Das Erzbistum Köln hat sich offenkundig schwer getan, auf die neuerlichen Vorwürfe im Fall Woelki zu reagieren. Fünf Tage ließ man verstreichen, bis eine Stellungnahme zu einem Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers veröffentlicht wurde, der die Ins­trumentalisierung des Betroffenenbeirates durch den Kölner Kardinal und seinen Führungszirkel belegt. Bezeichnend war auch, dass sich nicht Woelki selbst, sondern nur dessen neuer Generalvikar Guido Assmann äußerte.

          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Die Zeitung hatte aus internen Unterlagen des Erzbistums zitiert. Daraus geht hervorgeht, dass die PR-Agentur „Ewald & Rössing“ Woelki im Oktober 2020 ein Drehbuch schrieb, wie die Mitglieder des Betroffenenbeirates zu mani­pulieren seien. Sie sollten davon überzeugt werden, die Nichtveröffentlichung des ersten Missbrauchsgutachtens der Münchner Kanzlei Westphal Spilker Wastl mitzu­tragen. Diese Entscheidung, die Woelki zu diesem Zeitpunkt längst gefällt hatte, sollte mithilfe des Betroffenenbeirates der Öffentlichkeit besser verkauft werden. Ziel der Strategie war es, Woelkis „Überleben“ im Amt zu sichern. Der Kölner Kardinal und seine Leute folgten diesen Anweisungen offenbar.

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