https://www.faz.net/-gpf-707jf
 

Betreuungsgeld : Aus der ideologischen Ecke geholt

  • -Aktualisiert am

Eltern müssen nicht zu Hause bleiben, um das Betreuungsgeld zu erhalten. Es genügt, wenn sie keine subventionierten Plätze für ihre Kinder in Anspruch nehmen Bild: dpa

Der nun vorliegende Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld kann das Thema endlich wieder aus der ideologischen Ecke holen. Denn die Auszahlung soll nicht daran geknüpft sein, dass ein Elternteil auf die Berufstätigkeit verzichtet.

          Kristina Schröders – überfälliger – Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist geeignet, das Thema aus der ideologischen Debatte für oder wider Erwerbstätigkeit junger Mütter herauszuholen. Denn die neue Leistung soll nun nicht daran geknüpft sein, dass ein Elternteil auf Berufstätigkeit verzichtet. Voraussetzung für den Erhalt des Geldes soll nur sein, dass keine öffentlich geförderte Betreuung in Anspruch genommen wird, also keine Kita und keine kommunal bezuschusste Tagesmutter. Wenn junge Eltern arbeiten, aber einem Angehörigen oder einer privat finanzierten Kinderfrau die Betreuung überlassen, bekommen sie das Geld dennoch.

          Das ist überzeugender, als die Zahlung an Nichtberufstätigkeit zu knüpfen oder an die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen. Die Vorwürfe, eine „Herdprämie“ zu zahlen oder Eltern zu misstrauen, kann Frau Schröder, die das ungeliebte Thema nur geerbt hatte, so parieren. Man kann das „Betreuungsgeld“ nun auch als Finanzierungshilfe für privat organisierte Betreuung verstehen. Fragt sich nur, warum es so lange gedauert hat, um diese Kuh vom Eis zu holen.

          Topmeldungen

          Massentourismus vom Wasser kommend: Zwei Kreuzfahrtschiffen liegen im Geirangerfjord.

          Umstrittene Kreuzfahrtschiffe : Norwegen macht die Fjorde langsam dicht

          Es ist ein Geldsegen und ein Öko-Fluch: Seit kurzem gelten in fünf norwegischen Fjorden für Kreuzfahrtschiffe strenge Umweltauflagen, die die Luftverschmutzung begrenzen sollen. Glücklich sind die Menschen in der Urlauberhochburg Geiranger damit nicht.
          Kanzlerin Angela Merkel stellt mit ihrem Klimakabinett die Ergebnisse eines Kompromisses zum Klimapaket vor.

          Klimakabinett : Das deutsche Klima-Experiment

          Deutschland allein kann das Klima nicht retten. Aber andere Länder schauen genau darauf, wie Kanzlerin Merkel versucht, die Emissionen zu senken. Kann Deutschland Vorbild sein oder muss es über den Ärmelkanal schauen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.