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Betreuung von Schwerstkranken : Koalition einigt sich auf Ausbau der Palliativmedizin

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Union und SPD wollen die Betreuung von Schwerstkranken am Ende ihres Lebens verbessern. Ziel ist „ein flächendeckendes Hospiz- und Palliativangebot in ganz Deutschland“, kündigt Gesundheitsminister Gröhe an.

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          Union und SPD wollen die Betreuung von Schwerstkranken am Ende ihres Lebens verbessern. Deshalb soll die ambulante Palliativmedizin ausgebaut, mehr Hospizplätze auch auf dem Land angeboten und Pflegeeinrichtungen besser auf die Begleitung Sterbenskranker vorbereitet werden. Darauf haben sich die zuständigen Gesundheitspolitiker aus Union und SPD mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geeinigt und damit einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag abgearbeitet.

          Details werden in einem zehnseitigen Eckpunktepapier genannt, aus dem im Laufe des nächsten Jahres ein Gesetz entstehen soll. Das könnte dann voraussichtlich 2016 in Kraft treten. Die angekündigten Leistungsverbesserungen würden die Krankenkassen nach ersten vorsichtigen Schätzungen mit 150 bis 200 Millionen Euro im Jahr zusätzlich belasten.

          Gröhe: Ziel ist ein flächendeckendes Angebot

          Gröhe sagte, man schulde schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase menschliche Zuwendung und umfassende Hilfe. Insbesondere im ländlichen Raum fehle es noch an ausreichenden Angeboten. Es sei das Ziel der Koalition, die ambulante Palliativversorgung weiterzuentwickeln und die Hospizarbeit finanziell besser zu fördern. „Ziel ist ein flächendeckendes Hospiz- und Palliativangebot in ganz Deutschland“, sagte der Minister. Die Vorschläge wurden zwei Tage vor der für Donnerstag angesetzten Bundestagsdebatte über das Verbot der Sterbehilfe bekannt. Verfechter eines weitgehenden Verbots der Sterbehilfe, zu denen Gröhe gehört, wollen mit Hilfe einer besseren Versorgung mit Palliativmedizin und Hospizplätzen dazu beitragen, dass niemand Zuflucht zur Sterbehilfe nehmen muss.

          Krankenkassen sollen Zuschuss erhöhen

          Konkret sollen die Krankenkassen ihren täglichen Mindestzuschuss an Hospize um fünfzehn Prozent auf 221 Euro erhöhen. Die Einrichtungen dürfen zudem mehr Kosten abrechnen als bisher. Palliativmediziner, die Sterbenskranke ambulant oder stationär betreuen, sollen mehr Geld abrechnen dürfen, wenn sie Mindestqualifikationen erfüllen. Pflegeheime bekommen zusätzliches Geld für die Beratung Schwerstkranker. Erprobt werden soll auch, ob die palliativmedizinische Begleitung in Pflegeheimen funktioniert.

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