https://www.faz.net/-gpf-9znl9

Klimaschutz-Gruppe : Warum der Berliner Verfassungsschutz „Ende Gelände“ als linksextrem einstuft

Klimaaktivisten im Tagebau Vereinigtes Schleenhain südlich von Leipzig - nach Angaben von „Ende Gelände“ waren es bis zu 1200 Menschen (Archivbild) Bild: dpa

Die Sicherheitsbehörden glauben, dass Linksextremisten über eine Klimaschutz-Gruppe anschlussfähig werden wollen. Das sehen auch die Geheimdienste in anderen Ländern so. Das Bündnis „Ende Gelände“ wehrt sich gegen die Einstufung.

          4 Min.

          Die Jugendorganisationen von SPD, Grünen und Linkspartei waren sich einig. In einem gemeinsamen Aufruf fordern sie, den Verfassungsschutz aufzulösen. Denn dieser sei „nicht in der Lage, faschistische Tendenzen angemessen zu bekämpfen“. Deshalb fordern Jusos, Grüne Jugend und Linksjugend: „Er muss abgeschafft werden.“ Konkret werfen sie den Verfassungsschützern vor, sie setzten „rechten Terror und den Einsatz für Klimagerechtigkeit“ als „Extreme“ gleich.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Den aktuellen Anlass für diese Behauptung lieferte der Berliner Verfassungsschutz. In seinem Jahresbericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde, führt er die Berliner Gruppe der bundesweiten Kampagne „Ende Gelände“ im Kapitel zum Linksextremismus an. Das Bündnis organisiert Protestaktionen des „zivilen Ungehorsams“ gegen den Braunkohleabbau. Die 30 Mitglieder starke Berliner Gruppe geriere sich zwar „in ihrer Außendarstellung als Klimaschutz-Akteur“, heißt es in dem Bericht. Dabei werde aber verschleiert, dass ihre Ziele weit darüber hinausreichten. So bezeichne sich die linksextremistische „Interventionistische Linke“ (IL) als maßgeblicher Bestandteil von „Ende Gelände“. Das Bündnis nehme zudem bei den von ihm organisierten Aktionen „Gewaltanwendung mindestens billigend in Kauf“.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Fahrbericht Audi A3 Sportback : Der arme Tankwart

          Der neue Audi A3 fährt großartig, auch und gerade mit dem kraftvollen Diesel. An der Zapfsäule glaubt der Fahrer an einen Fehler. Aber der Anschaffungspreis macht sprachlos.

          Antrieb der Zukunft : Elektroautos retten das Klima nicht

          Mit welchem Antrieb wir in die Zukunft fahren, scheint politisch entschieden. Aber neue Untersuchungen nähren Zweifel. Demnach ist ein Elektroauto erst nach 219.000 Kilometern besser für das Klima. Der Plug-in-Hybrid ist erst recht kein Gewinn.