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Terrorpläne für Halbmarathon? : Berliner Polizei nimmt sechs Verdächtige fest

  • Aktualisiert am

Ein Polizist verfolgt an der Laufstrecke den 38. Berliner Halbmarathon. Laut Angaben der Veranstalter nahmen 36.000 Menschen daran teil. Bild: dpa

Mit Messern sollten Zuschauer und Läufer der Sportveranstaltung am Sonntag angegriffen werden. Das berichtete die „Welt.“ Laut Polizei wurden sechs Verdächtige festgenommen. Eine Gefahr habe aber nicht bestanden.

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          Die Polizei hat bestätigt, sechs Verdächtige wegen des Verdachts der Beteiligung an einem Verbrechen festgenommen zu haben. Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit dem Berliner Halbmarathon. Medienberichte, wonach ein Anschlag auf den Berliner Halbmarathons vereitelt worden sei, wurden von Polizeisprecher Thomas Neuendorf allerdings nicht bestätigt. Die „Welt“ hatte das zuvor berichtet. 

          Neuendorf sagte, dass es keine konkreten Hinweise dazu gegeben habe. „Für die Läufer und Teilnehmer und das Personal bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.“

          Die Polizei sei dagegen vor dem Halbmarathon „besonders aufmerksam gewesen“. Es habe „vereinzelte Hinweise darauf gegeben, dass die Festgenommenen im Alter von 18 bis 21 Jahren an der Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung beteiligt gewesen sein könnten“. Aufgrund dieser Hinweise und „der noch nicht vollständig geklärten Hintergründe“ der tödlichen Amokfahrt in Münster hätten sich der Staatsschutz mit der Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt entschlossen, Wohnungen sowie zwei Fahrzeuge in den Stadtteilen Charlottenburg-Wilmersorf und Neukölln zu durchsuchen.

          Das entspricht einer Aussage von Neuendorf, wonach der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat bestand, was so viel wie Terrorismus bedeutet. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, wollte auf Anfrage nicht bestätigen, dass es sich um einen geplanten Terroranschlag gehandelt haben könnte.

          Durchsuchungen bei Personen aus islamistisch-terroristischem Bereich

          Bei den Durchsuchungen seien „Datenträger, Handys, zwei Fahrzeuge und ein kleines Messer“ beschlagnahmt worden. Die Datenträger würden nun ausgewertet. Spezialkräfte nahmen offenbar auch mehrere Männer fest, von denen einer als Hauptverdächtiger genannt wird. Die Durchsuchungen hätten sich auf Personen bezogen, „die wir dem islamistisch-terroristischen Bereich zurechnen“.

          Den Berichten der „Welt“, die von der Vereitelung eines Terrorangriffs sprach, widersprachen die Behörden. Aus Polizeikreisen hieß es, dass die Tageszeitung, die als erstes über die Festnahmen berichtet hatte, mit ihrer Darstellung wohl „zu weit“ gegangen sei. Weitere Angaben machten die Behörden wegen der noch andauernden Ermittlungen nicht.

          Eine konkrete Gefahr soll aber zu keiner Zeit bestanden haben, da der Hauptverdächtige seit langer Zeit beobachtet worden sei – laut dem „Tagesspiegel“ sogar seit zwei Wochen dauernd.

          Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte angesichts der Amokfahrt in Münster am Samstag angekündigt, die Polizei werde die sehr hohen Sicherheitsvorkehrungen für den Marathon abermals überprüfen.

          Wie die „Welt“ weiter berichtete, soll der Hauptverdächtige zum privaten Umfeld von Anis Amri gezählt haben. Der Tunesier hatte am 19. Dezember 2016 einen polnischen Lastwagenfahrer ermordet und war anschließend mit seinem Lkw in den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. Dabei wurden elf Menschen getötet und mehr als 70 weitere teils schwer verletzt. Auf Anfrage der dpa äußerte sich Steltner nicht zu den Berichten.

          Amri hatte sich vor der Tat in einem Video als Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu erkennen gegeben. Es war vom IS-Propagandakanal Amaq einen Tag nach der Tat veröffentlicht worden. Amri wurde auf der Flucht am 23. Dezember in Italien von Polizisten erschossen. Später wurde bekannt, dass es im Vorfeld der Tat im Fall Amri zu Ermittlungspannen gekommen war, die zudem versucht wurden zu vertuschen.

          Der 38. Berliner Halbmarathon wurde von dem Einsatz nicht beeinträchtigt. Das Rennen, an dem laut Veranstalterangaben 36.000 Läufern teilnahmen, verlief am Sonntagmittag ohne besondere Vorkommnisse. 250.000 Zuschauer verfolgten das Rennen, dass der Kenianer Erick Kiptanu mit einem neuen Streckenrekord in 58 Minuten und 42 Sekunden gewann.

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