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Berlin : Zusammenstöße bei Rechten-Demo gegen Flüchtlinge

  • Aktualisiert am

Eine Demonstration von Rechten in Berlin kam nicht weit Bild: AFP

Rechte wollten in Berlin gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte demonstrieren. Doch die Gegenwehr linker Gruppen war enorm - am Ende kamen die Rechtsextremen nur 800 Meter weit.

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          Ein Aufmarsch von Rechtsextremen gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte in Berlin-Marzahn ist von Gegendemonstranten aus Bürgern, Politikern und linken Gruppen blockiert worden. Rund 2000 bis 3000 Teilnehmer hätten die Straßen am Samstagnachmittag versperrt, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich.

          Ursprünglich wollten die Rechten rund acht Kilometer laufen - letztlich liefen sie knapp 800 Meter von ihrem Treffpunkt zum S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße. Am frühen Abend wurden die Demonstrationen von der Polizei offiziell aufgelöst.

          Bei den Protesten kam es mehrfach zu Zwischenfällen: Gegenstände und Böller flogen, es gab Gerangel. Nach einer ersten Zwischenbilanz habe es 15 Festnahmen gegeben, drei Polizisten seien verletzt worden, sagte Redlich. Ein Pressefotograf habe Anzeige erstattet, weil er von einem Rechten angegriffen worden sei. Auch Anwohner nahmen an der Rechten-Demo teil. Sie sind gegen den geplanten Aufbau von Containern für Flüchtlinge, die in Berlin Zuflucht suchen.

          Innenstaatssekretär demonstrierte mit

          In den vergangenen Wochen waren Rechte und Anwohner bereits mehrfach gegen Flüchtlingsunterkünfte auf die Straße gegangen. Berlins Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU) hat kurz vor dem angekündigten rechtsextremen Protest in Marzahn und Hellersdorf an die Not der Flüchtlinge erinnert.

          Es habe sich offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen, dass Menschen aus Kriegsgebieten in Berlin Zuflucht suchten, die vor Anschlägen auf ihr Leben geflüchtet seien, sagte Krömer am Samstag im „Inforadio“ des RBB.

          Krömer war auch selbst unter den Gegendemonstranten. Ebenso Berlins SPD-Chef Jan Stöß und Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD).

          Rund 1700 Beamte waren den ganzen Tag über im Einsatz, gab die Polizei an. Unterstützung kam auch aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.

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