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Anschlag auf Breitscheidplatz : Attentäter Amri hatte wohl einen Mitwisser

  • Aktualisiert am

Fahndungsfotos des Berliner-Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri, die das Bundeskriminalamt am 21.12.2016 veröffentlichte Bild: dpa

Laut Medienberichten hat der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz offenbar eine andere Person in seine Pläne eingeweiht – die wiederum vom LKA beobachtet wurde. Unklar ist, was er wann wusste.

          Wenige Wochen bevor sich das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zum zweiten Mal jährt, gibt es neue Erkenntnisse. Bislang wurde vom Generalbundesanwalt die Einzeltäter-These vertreten. Medienberichten zufolge soll der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz jedoch einen islamistischen Gefährder in seine Anschlagspläne eingeweiht haben.

          Darüber habe der Leiter des Berliner Landeskriminalamtes (LKA), Christian Steiof, am vergangenen Freitag in nichtöffentlicher Sitzung den Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses informiert, berichteten RBB, „Berliner Morgenpost“ und das Politikmagazin „Kontraste“ am Dienstag unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung.

          Drei V-Personen im Umfeld von Anis Amri

          Bislang waren die Behörden in offiziellen Darstellungen immer von einem Alleintäter ausgegangen. Den Medienberichten zufolge gab der Berliner LKA-Leiter Steiof am Freitag im Untersuchungsausschuss die Existenz von drei Vertrauenspersonen im Umfeld Amris zu. Zwei dieser V-Personen sollen im Rauschgiftmilieu eingesetzt gewesen sein, und von ihnen soll einer Kontakt zum Mitwisser gehabt haben. Die dritte V-Person soll in der Dschihadisten-Szene im Einsatz gewesen sein.

          Nach Angaben von Teilnehmern der Sitzung versicherte Steiof, dass seine Behörde erst nach dem Anschlag von der V-Person erfahren habe, dass ihr der Terrorplan Amris bekannt gewesen sei, heißt es in den Berichten. Demnach handelt es sich bei dem Mitwisser Amris um einen wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung vorbestraften Mann. Wann er von Amris Plan erfuhr und wann er der V-Person des LKA davon erzählte, sei unklar.

          Laut RBB sollen sich Anis Amri und sein Mitwisser über die Dealer-Szene und radikale Islamistenkreise kennengelernt haben. Beide sollen regelmäßig die mittlerweile geschlossene dschihadistische Fussilet-Moschee besucht haben. Wie Aufnahmen einer Überwachungskamera belegen, sollen Amri und der Mitwisser beide wenige Stunden vor dem Anschlag auf dem Breitschaltplatz die Moschee aufgesucht haben. Unklar sei jedoch, ob sich die beiden Männer dort über das anstehende Attentat austauschten.

          Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 mit einem entführten Lastwagen einen Anschlag verübt. Zwölf Menschen starben, mehr als 70 wurden verletzt. Es war der bislang schwerste islamistische Anschlag in Deutschland. Amri wurde später auf der Flucht in Italien von der Polizei erschossen.

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