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Berlin trägt Kippa : Angriff auf Israel-Kundgebung

  • Aktualisiert am

Teilnehmer der „Berlin trägt Kippa“-Demonstration: Aufstehen gegen Antisemitismus Bild: AFP

Eigentlich sollte es ein Solidaritätstag gegen Antisemitismus werden. Doch in Berlin gab es auch einen Zwischenfall auf eine kleine proisraelische Kundgebung. Sie musste schnell abgebrochen werden.

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          In Berlin ist es zu einem Zwischenfall auf einer proisraelischen Kundgebung gekommen. Die Veranstaltung am Solidaritätstag gegen Antisemitismus auf dem Hermannplatz in Berlin-Neukölln wurde von zwei Männern angegriffen und musste nach nur 15 Minuten abgebrochen werden. Dabei rief der eine Mann zu den Kippa tragenden Teilnehmern „Terroristen.“ Ein anderer entriss einem der Teilnehmer eine Israel-Flagge und rannte davon, wie auf einem Video zu sehen ist. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus berichtete, dass Demonstranten angespuckt worden seien.

          Die Kundgebung hatte laut Polizei eine Privatperson für fünf Teilnehmer angemeldet, drei waren erschienen. In der Gegend leben viele arabischstämmige Menschen.

          Auf der von der Jüdischen Gemeinde aufgerufenen Demonstration „Berlin trägt Kippa“ zeigten sich dagegen rund 2500 Teilnehmer solidarisch mit den in Berlin lebenden Juden. Sie versammelten sich vor dem Jüdischen Gemeindehaus in Berlin-Charlottenburg. Anlass des Aktionstags gegen Antisemitismus war ein Angriff eines 19 Jahre alten Syrers auf einen jungen Israeli und seinen Freund im Prenzlauer Berg. Drei arabisch sprechende Männer hatten am 17. April den Israeli, der eine Kippa trug, antisemitisch beschimpft. Einer der Männer hatte auf den 21-Jährigen mit einem Gürtel eingeschlagen. Der mutmaßliche Täter, ein Palästinenser aus Syrien, der seit 2015 in Deutschland lebt, sitzt in Untersuchungshaft.

          Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, warnte davor, den Judenhass in Deutschland kleinzureden. Viele Juden hätten davor Angst, sich öffentlich zu ihrem Glauben zu bekennen.

          Nicht nur in Berlin, sondern auch in Köln, wo vor dem Dom mehrere hundert Menschen zusammengekommen sind, wurde die jüdische Kopfbedeckung als Symbol der Solidarität getragen. „Wir sind überwältigt von dem Zuspruch“, sagte ein Sprecher der Organisatoren in Köln. Auch in Erfurt, Potsdam und Magedburg gingen Menschen auf die Straße.

          Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), bezeichnete die Kundgebungen als „wichtiges Zeichen“. Auch darüber hinaus sei die Zivilcourage jedes Einzelnen gefragt, sagte sie der „Passauer Neuen Presse.“ Der Publizist Michel Friedman erklärte, derartige Solidaritätsbekundungen seien nur ein „symbolisches Signal“. Judenhass in Deutschland sei ein altbekanntes Problem, sagte Friedman, der früher stellvertretender Zentralrats-Präsident war, im SWR. „Hier wird das Grundrecht der Religionsfreiheit gestört.“

          Die Jüdische Gemeinde zu Berlin forderte außerdem, dass auf die Kundgebungen nun auch Taten folgen müssten. Vor allem aus politischen Kreisen kämen „sehr viele richtige Worte“, sagte der Repräsentant der Gemeinde, Mike Delberg, im rbb-Inforadio. Auch die Einführung eines Antisemitismusbeauftragten sei ein richtiger Schritt gewesen. Nun brauche es mehr Engagement in der Bildungspolitik und ein Umdenken in der Gesellschaft.

          Auch in Frankfurt wird es bald einen Kippa-Tag geben. Dabei begrüßt die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main die Initiative. „Wir sind uns aber im Klaren, dass der Tag einen eher symbolischen Charakter hat“, sagte das Vorstandsmitglied Leo Latasch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker (CDU) hatte vorgeschlagen, dass am 14. Mai Frauen und Männer die Kopfbedeckung orthodoxer Juden als Bekenntnis der Solidarität und des Zeichens gegen Antisemitismus tragen.

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