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Linksautonome Wagensiedlung : Polizei holt Dutzende Bewohner aus dem „Köpi“

  • Aktualisiert am

Die Polizei führt am Freitag Bewohner der linksalternativen Wagensiedlung „Köpi“ in Berlin-Mitte ab. Bild: Matthias Lüdecke

In Berlin-Mitte hat die Polizei dutzende Bewohner des linksautonomen Wagencamps „Köpi“ vom Gelände geholt. Schon in der Nacht wurden in der Umgebung Autos und Gebäude beschädigt.

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          Bei der Räumung des linksautonomen Wagencamps „Köpi“ in Berlin-Mitte hat die Polizei am Freitag Dutzende Bewohner vom Gelände geholt. Bis zum frühen Nachmittag waren es 37, wie die Polizei mitteilte. Bei ihnen seien die Personalien aufgenommen worden. Neun Personen saßen noch auf Bäumen auf dem Areal. Eine Polizeisprecherin sprach von 21 Festnahmen im Zuge des Einsatzes. Das schließe die Demonstrationen rund um das Gelände an der Köpenicker Straße mit ein.

          Begleitet von Polizisten betrat am frühen Nachmittag eine Gerichtsvollzieherin das Gelände. Sie begutachtete das Grundstück, das wieder dem Besitzer übergeben werden soll. Dieser hatte vor dem Berliner Landgericht die Räumung erwirkt. Die Bewohner scheiterten diese Woche mit einem Einspruch gegen den Abbau des seit Jahren bestehenden Wagencamps.

          Die Polizei hatte am Vormittag mit der Räumung begonnen. Polizisten waren nach den Worten einer Sprecherin schwerem Gerät auf den Platz des Wagencamps vorgerückt. Dort seien sie mit Flaschen und Steinen beworfen und teils mit Feuerlöschern besprüht worden. Polizisten hätten selbst Pfefferspray eingesetzt.

          Symbolprojekt der linken Szene

          Das Wagencamp auf einem Gelände an der Köpenicker Straße gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linken Szene in Berlin. Auf dem rund 2600 Quadratmeter großen Grundstück neben einem 1990 besetzten Haus am ehemaligen Mauerstreifen wohnen etwa 30 Menschen in Bauwagen. Der Grundstückseigentümer hatte mit Hinweis auf eine Baugenehmigung im Juni erfolgreich auf Räumung geklagt. Einen Eilantrag der Bewohner zum Stopp der Zwangsvollstreckung wies das Berliner Kammergericht am Mittwoch ab.

          Die Polizei hatte am Donnerstag die Umgebung des Projekts abgesperrt. Dabei seien vom Gelände des Wagencamps Gegenstände geworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Bewohner hatten ihrerseits in den vergangenen Tagen den Zaun um das Gelände zusätzlich verstärkt. Man werde nicht kampflos aufgeben, hieß es vergangene Woche.Von den eingeplanten 2000 Polizisten kommen nach Angaben der Sprecherin 700 aus anderen Bundesländern oder von der Bundespolizei. Die Beamten würden nicht nur am Gelände eingesetzt, sondern auch an anderen „signifikanten Örtlichkeiten“, etwa zum Schutz von Parteibüros.

          Am Donnerstagabend demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Kreuzberg gegen die Räumung. Laut Polizei wurde eine Beamtin leicht verletzt, als jemand aus der Menge einen Gegenstand warf. Mülltonnen gingen in Flammen auf.Schon am vergangenen Wochenende hatten Hunderte Unterstützer des „Köpi“ in Mitte und Friedrichshain gegen die Räumung protestiert. In den vergangenen Nächten wurden in der Umgebung mehrfach Mülltonnen und Reifen in Brand gesteckt. Am Mittwochmorgen beschädigten Unbekannte am Bürgeramt in Berlin-Mitte die Verglasung der Eingangstüren und sprühten „Köpi bleibt“ ans Gebäude.

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