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Berlin : Feuer in Sporthalle neben Flüchtlingsunterkunft

  • Aktualisiert am

Die Feuerwehr löscht den Brand in der Berliner Sporthalle. Bild: dpa

In Berlin-Reinickendorf hat eine Sporthalle gebrannt. Die Ursache ist noch unklar. Auf dem Gelände neben der Halle sind rund 900 Flüchtlinge untergebracht.

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          In einer Berliner Sporthalle, etwa 200 Meter neben einer Flüchtlingsunterkunft, ist am Mittwochnachmittag ein Brand ausgebrochen. Die Halle liegt auf dem Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Berlin-Reinickendorf. Hier leben rund 900 Flüchtlinge in vier Häusern. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) hatte den Standort zudem als mögliche zusätzliche Erstaufnahmestelle für Asylsuchende ins Gespräch gebracht. Innensenator Frank Henkel (CDU) machte sich am Abend vor Ort ein Bild vom Ausmaß des Schadens.

          Verletzt wurde bei dem Brand nach Feuerwehrangaben niemand. Dichter Qualm und beißender Geruch hingen in der Luft. Über der Sporthalle stieg eine kilometerweit sichtbare Rauchwolke auf. Am Donnerstag sollte auf dem Gelände ein Fest für Asylbewerber stattfinden. In der Halle spielen Flüchtlingskinder regelmäßig Fußball, auch andere Vereine nutzen sie.

          Als das Feuer ausbrach, seien keine Menschen in der Halle gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Ob ein Brandanschlag verübt wurde oder es einen technischen Defekt gegeben habe, sei noch unklar, sagte Czaja.

          Rund 900 Flüchtlinge sind neben der Sporthalle untergebracht.
          Rund 900 Flüchtlinge sind neben der Sporthalle untergebracht. : Bild: dpa

          Zu dem Berliner Feuer sagte CDU-Fraktionschef Florian Graf, die Ursache müsse rasch aufgeklärt werden. Sollte der Brand gelegt worden sein, wäre es ein weiterer Anschlag auf „unsere gesamte Wertegesellschaft“.

          Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, erklärte, es regten sich Wut und Trauer, weil „wir in Gedanken sofort bei der Serie widerlicher Anschläge gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte“ seien. Gemeinsam müsse Fremdenfeinden und Brandstiftern die Stirn geboten werden. Er schäme sich als Deutscher, dass es in Deutschland wieder brenne, sagte Saleh, der am Abend ebenfalls zu dem Brandort geeilt war.

          Frank Henkel (3.v.l, CDU), Berliner Innensenator, informiert sich vor Ort.
          Frank Henkel (3.v.l, CDU), Berliner Innensenator, informiert sich vor Ort. : Bild: dpa

          Der innenpolitischer Sprecher der Piratenfraktion, Christopher Lauer, sprach von einem rechtsterroristischen Akt. „Rechter Terror braucht keine Bekennerschreiben, die Tat spricht für sich.“

          Eine Polizeisprecherin sagte, die Brandermittler könnten erst nach der Ursache suchen, wenn die Flammen erloschen seien. Ermittler des polizeilichen Staatsschutzes, die für politisch motivierte Straftaten zuständig sind, hielten sich für die Untersuchungen bereit.

          Rund 100 Feuerwehrleute waren im Löscheinsatz, der bis in den späten Abend dauern sollte. Die Feuerwehr ging davon aus, dass das Gebäude vollständig abbrennt und Totalschaden entsteht. Die Polizei war mit rund 50 Kräften vor Ort. Sie sperrten das Areal ab. Anwohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

          Erst am Dienstag war im brandenburgischen Nauen eine geplante Flüchtlingsunterkunft abgebrannt. Am Mittwoch bestätigte sich eine vorsätzliche Brandstiftung.

          In der Vorwoche war in Berlin auf ein Container-Flüchtlingsheim in Marzahn ein Brandanschlag verübt worden. Dort waren brennende Holzlatten über den Zaun geworfen worden. Verletzt wurde niemand.

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