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Berlin : Christopher Lauer verlässt Piratenpartei

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Verlässt die Piratenpartei: Christopher Lauer (Archivbild 2013 im Abgeordnetenhaus) Bild: dpa

Christopher Lauer gibt den Landesvorsitz der Berliner Piraten auf und tritt aus der Partei aus. Ihm fehle eine Mehrheit für sein Vorhaben, die Partei zu professionalisieren. Sein Mandat im Abgeordnetenhaus will er behalten.

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          Der Landesvorsitzende der Berliner Piratenpartei, Christopher Lauer, tritt von seinem Posten zurück und aus der Partei aus. Lauer bestätigte am Donnerstag damit Berichte von „Bild“ und „B.Z.“. Seinen Sitz im Abgeordnetenhaus gebe er aber nicht auf, sagte Lauer. „Ich bleibe innenpolitischer Sprecher der Piratenfraktion.“

          Lauer war erst im März mit knapper Mehrheit zum Landesvorsitzenden gewählt worden. Vor der Wahl 2016 müsse der Vorstand wieder politischer werden, hatte er damals gefordert. Seinen Rücktritt begründete er nun damit, dass es im Vorstand keine Mehrheit für seine Vorhaben zur Professionalisierung der Partei gebe.

          Der parlamentarische Geschäftsführer der Berliner Fraktion, Heiko Herberg, dankte Lauer, „dass er die Piraten immer vor sich hergetrieben hat und das er das im Abgeordnetenhaus mit der Koalition weiter macht“.

          Lauer hatte in den vergangenen fünf Jahren mehrere Ämter in der Partei inne, war unter anderem Fraktionschef und auf Bundesgeschäftsführer. Lauer gilt als talentierter Redner, aber auch als Provokateur. Er auch in Talkshows war er  immer wieder gefragt.

          In diesem Sommer kam es zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und der Bundesspitze. Lauer war als Kandidat bei der Vorstandswahl auf dem Bundesparteitag nicht zugelassen worden. Daraufhin brachte er eine Abspaltung des Berliner Landesverbands ins Gespräch.

          Im vergangenen Jahr stritt die Fraktion, weil Lauer unter Verdacht stand, die Mutter seiner Freundin als Fraktionssprecherin bevorzugt zu haben. Im Juni 2013 hatte Lauer dann auf den Fraktionsvorsitz verzichtet, um sich - wie er damals verlauten ließ - mehr um sein „Privatleben“ und um die Arbeit in den parlamentarischen Ausschüssen zu kümmern.

          Im Jahr 2011 waren die Piraten in Berlin mit 8,9 Prozent der Stimmen erstmals in ein Landesparlament eingezogen. Zuletzt erreichten die Piraten in Umfragen jedoch deutlich weniger Zuspruch. Die Umfragewerte liegen bei deutlich unter fünf Prozent.

          Für Lauers politische Zukunft gab es am Donnerstag gleich nach der Rücktrittserklärung einen Vorschlag: Die Grünen im Bund boten ihm auf Twitter eine Mitgliedschaft an.

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