https://www.faz.net/-gpf-15who

Bericht bestätigt : Wehrpflicht soll früher verkürzt werden

  • Aktualisiert am

Will die Verkürzung der Wehrpflicht vorziehen: Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) Bild: ddp

Wehrdienstleistende können ihren Dienst wohl schon bald früher beenden: Verteidigungsminister Guttenberg will die Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate schon ab dem 1. Oktober vornehmen. Das bestätigte sein Ministerium.

          Die Verkürzung der Wehrpflicht von neun auf sechs Monate soll vorgezogen werden. Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) bestätigte am Mittwoch im Deutschlandfunk indirekt eine entsprechende Meldung der ARD. „Es gibt Überlegungen dahin, dass die zum 1. Oktober 2010 Eingezogenen ihren Wehrdienst am 31. März 2011 beenden können.“ Es seien allerdings noch einige Verhandlungen notwendig, da auch der Zivildienst betroffen sei, sagte Schmidt. „Wir wollen eine konzise (kurze) und nachvollziehbare Übergangsregelung finden. Ich bin da sehr optimistisch.“

          Die ARD hatte zuvor gemeldet, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wolle die Verkürzung der Wehrpflicht vorziehen. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, diesen Schritt zum 1. Januar 2011 zu vollziehen. Guttenberg kündigte zudem an, die Zahl der jährlich einzuberufenden Wehrpflichtigen von derzeit 40.000 auf 50.000 zu erhöhen.

          Robbe skeptisch ggenüber Verkürzung

          Der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), äußerte sich unterdessen kritisch zur geplanten Verkürzung des Wehrdienstes. „In der Truppe wird die Verkürzung überwiegend sehr skeptisch gesehen, weil man dort im Augenblick noch nicht erkennen kann, in welche Richtung das Ganze gehen soll“, sagte er der Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“. Bei der Vorstellung seines letzten Jahresberichts für 2009 hatte Robbe am Dienstag schwere Mängel in Ausbildung, Ausrüstung und Versorgung der Truppe sowie Besoldungs- und Beförderungsdefizite beklagt (siehe auch Wehrbeauftragter wirft Sanitäts-Inspekteur Versagen vor). Scharfe Kritik übte er unter anderem am Sanitätswesen der Bundeswehr und forderte personelle Konsequenzen. Dem Inspekteur Sanitätsdienst warf er ein klares Versagen vor. Mittlerweile fehlten der Bundeswehr 600 Ärzte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.
          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.