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Umfrage der Fraktion : Beobachtung durch Verfassungsschutz schreckt AfD-Wähler ab

Schon die Deklaration zum „Prüffall“ verschreckt viele Wähler. Bild: dpa

Mehr als ein Fünftel der potentiellen Wähler würde nicht für die Partei stimmen, sollte der Verfassungsschutz tatsächlich die Beobachtung der Partei aufnehmen. Die Umfrage hat die AfD-Bundestagsfraktion selbst in Auftrag gegeben.

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          Die Beschäftigung des Verfassungsschutzes mit der AfD schreckt mögliche Wähler der Partei davon ab, ihr bei Wahlen die Stimme zu geben. So hält schon die aktuelle Einschätzung der AfD als „Prüffall“ 15 Prozent der potentiellen Wähler davon ab, die Partei zu wählen. Bei einer tatsächlichen Beobachtung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz würden sogar 27 Prozent aus diesem Grund nicht für die AfD stimmen. Besonders hoch, nämlich über 30 Prozent, liegt der Anteil bei jüngeren potentiellen Wählern. Das sind Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA, die von der Bundestagsfraktion der AfD in Auftrag gegeben wurde und die der F.A.Z. in Auszügen vorliegen.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte im Januar die Junge Alternative (JA), die Jugendorganisation der AfD, sowie die nationalistische Strömung „Der Flügel“ als Verdachtsfall eingestuft, die mit nachrichtendienstlichen Mitteln, also etwa Abhören von Telekommunikation, beobachtet werden können. Die gesamte Partei wird hingegen als Prüffall eingestuft, bei dem Informationen nur aus offenen Quellen genutzt werden dürfen.

          Laut der Umfrage sind potentielle AfD-Wähler zudem weniger EU-feindlich gesinnt als vermutet. Die Hälfte ist gegen einen Austritt Deutschlands aus der EU, bei der Gesamtwählerschaft sind das 67 Prozent. Nur die Hälfte der potentiellen AfD-Wähler sind für das Konzept eines Europas der Vaterländer, das die AfD propagiert. Ein Fünftel der potentiellen AfD-Wähler befürwortet sogar das Konzept der Vereinigten Staaten von Europa.

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