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Neue Umfrage : Beide Eltern wollen arbeiten gehen, beide wollen die Kinder betreuen

Beruflichen Stress kompensieren Viele durch Freizeit und schöne Erlebnisse mit der Familie (Archivbild). Bild: obs

Das Rollenverständnis deutscher Eltern wandelt sich. Immer mehr wollen sich die Arbeit im Haushalt und bei der Kindererziehung aufteilen.

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          Das Rollenverständnis deutscher Eltern wandelt sich hin zu gleichmäßiger Bedeutung von Erwerbstätigkeit und Kindererziehung. Nach einer Umfrage im Auftrag des Bundesfamilienministeriums geben heute etwa 46 Prozent der befragten Väter und Mütter an, sie fänden es gut, wenn beide gleichermaßen arbeiten gingen und sich Haushaltstätigkeiten und Kinderbetreuung teilten. Vor zwölf Jahren war nur rund ein Drittel der Befragten dieser Ansicht, knapp zwei Drittel äußerten damals, um Kinder und Haushalt solle sich ganz oder überwiegend die Frau kümmern. Das meinen aktuell noch 46 Prozent – ihr Anteil ist ebenso groß wie der Anteil der Eltern, die sich Arbeit und Familie paritätisch widmen wollen.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sagte, die Umfragedaten zeigten, dass Väter mehr Verantwortung in der Familie übernehmen wollten. Sie kündigte für den Herbst eine Reform des Elterngeldes an, mit der „mehr Partnerschaftlichkeit“ und „mehr Flexibilität“ erreicht werden sollten.

          Die Umfrage der Firma Allensbach lieferte auch Aussagen zu Prioritäten der Eltern bei der Förderung von Kindern. Anders als bei einer Erhebung vor acht Jahren ist Eltern heute vor allem wichtig, dass Sprach- und Lesekompetenzen gefördert werden, gefolgt von Sport, Hobbys und Unterstützung bei Hausaufgaben sowie Schwierigkeiten in der Schule. Die Daten der tatsächlichen Förderung der Kinder fallen jedoch gemäß der Studie je nach sozialer Stellung der Eltern unterschiedlich aus. In sozial schwachen Elternhäusern gaben nur 25 Prozent der Befragten an, sie hielten es für wichtig, die sprachliche Entwicklung der Kinder zu fördern. Frühes Lesen, die Förderung von Fremdsprachen oder musikalische Förderung erreichten Zustimmungswerte von weit weniger als 20Prozent, während auf diese Vorstellungen Befragte aus Mittelstandsfamilien mit Zustimmungen von um oder mehr als 50 Prozent antworteten.

          Giffey kündigte an, sie habe sich mit den Bundesländern über den Rahmen der Ganztagesbetreuung in Grundschulen verständigt, für die ab 2025 ein Rechtsanspruch bestehen soll. Sie sagte, die gemeinsame Ganztags-Definition bestehe aus acht Zeitstunden Betreuung an fünf Wochentagen für die Klassen eins bis vier, bei vier Wochen Ferienpause.

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