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Beherbergungsverbot : Merkels verlorene Schlacht

Bild: dpa

Kaum eine Maßnahme ist derzeit so umstritten wie das Beherbergungsverbot. Wie diskutierten die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten am Mittwoch darüber? Einblicke ins Kanzleramt.

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          Die Aufregungen der langen Corona-Verhandlungsnacht klangen am Donnerstagmorgen gerade ein wenig ab, da kam ein Paukenschlag aus dem Südwesten. Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg gab einem Eilantrag gegen das sogenannte Beherbergungsverbot in dem Bundesland statt. Es besagt, dass Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 neue Corona-Fälle auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen registriert wurden, nicht in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht werden dürfen, sofern sie nicht einen negativen Corona-Test vorweisen, der maximal 48 Stunden alt ist. Am Donnerstagnachmittag kippte auch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht das Beherbergungsverbot. Am Abend zog das Saarland nach.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Erheblicher Widerstand hatte sich in den besonders kontroversen Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder bereits abgezeichnet. Der Versuch, die Verbreitung des Corona-Virus durch die drastische Einschränkung innerdeutscher Reisen zu bremsen, verliert immer mehr an Unterstützung. Nach dem Urteil des baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshofs setzte am Donnerstag auch Sachsen das Beherberungsverbot aus.

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