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Heinrich Bedford-Strohm : „Die Kirche ist weder eine Reederei noch eine Rettungs-NGO“

Heinrich Bedford-Strohm nimmt Kurs auf die Sea-Watch 3. Bild: dpa

Im Interview spricht der EKD-Ratsvorsitzende über die christliche Pflicht zur Seenotrettung, politische Widerstände – und die Forderung des Kirchentages nach einem eigenen Rettungsschiff der EKD.

          4 Min.

          Herr Ratsvorsitzender, wo beginnt und wo endet die Christenpflicht bei der Seenotrettung im Mittelmeer?

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Man muss retten, wenn Menschen in Lebensgefahr sind. Man würde ja auch einen Autofahrer nicht verbluten lassen, der sich aus Leichtsinn nicht angeschnallt hat und an den Baum gefahren ist. Die Rettung entbindet aber nicht von der Pflicht, darüber nachzudenken, wie man verhindern kann, dass Menschen auf die falschen Versprechungen der Schlepper hereinfallen. Deshalb müssen wir darüber aufklären und vor allem die Bedingungen in den Herkunftsländern verbessern. Und für die, die sich trotzdem aufmachen und auf Schlauchbooten im Mittelmeer gerettet werden, muss man in der EU einen Verteilungsmechanismus finden, damit man nicht bei jedem Boot neu nach einem Hafen suchen muss.

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