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Bildungsreform : Zurück zu neun Jahren Gymnasium mit elfter Klasse als Option

Als „Zuckerl“ bekommen alle Schulen etwas von der G9-Bescherung ab. „Der Freistaat investiert massiv in Bildung“, sagte der Kultusminister, denn es soll 2000 neue Stellen geben, davon 1850 Lehrerstellen, 1000 davon für die Gymnasien, 800 für die übrigen Schularten. Doch das ist nur ein Teil des Gesamtpakets, das mit der Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung beginnt, die Förderschulen stärken und die Inklusion ausbauen, Grund-, Mittel- und Realschulen und Schulleitungen und Schulverwaltung unterstützen soll. Zur Entlastung der Schulleitungen werden 150 Stellen für Verwaltungsangestellte bereitgestellt. Außerdem soll es eine Begabteninitiative geben „Fit für die Zukunft: Fördern und Forschen“. Außerdem wird Informatik Pflichtfach für alle. Ob sich diese neue Verordnung in Whiteboard-Seligkeit erschöpft, bleibt abzuwarten.

Lehrerverbände heißen die Reform gut

Die Lehrerverbände haben die neuen bayerischen Beschlüsse einhellig begrüßt, selbst der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), der dem derzeit amtierenden Minister und der Staatsregierung sonst nicht gerade in inniger Zuneigung verbunden ist. Die Zugeständnisse an die Schulleitungen seien letztlich dem Druck der 5000 Schulleiter und Verwaltungsangestellten geschuldet. Sie hätten mit ihrem Brandbrief „Mehr geht nicht mehr“ endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienten. Wie der Freistaat damit umgehen will, dass es im Jahr 2025 nur einen sehr kleinen Abiturjahrgang in Bayern geben wird, ist bisher noch nicht klar. Denn ein abiturfreies Schuljahr wird sich bei den Immatrikulationen an bayerischen Universitäten deutlich auswirken.

In den bevorstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und vor allem Schleswig-Holstein wird die Frage nach der Länge der Gymnasialzeit eine erhebliche, möglicherweise wahlentscheidende Rolle spielen. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg gibt es in allen westlichen Bundesländern deutliche Tendenzen zu G9, sofern sie nicht schon zum neunjährigen Gymnasium zurückgekehrt sind.

Baden-Württemberg will beim achtjährigen Gymnasialgang bleiben. In Kürze soll es zwar eine Kabinettsvorlage geben, mit der die 44 Modellstandorte für das neunjährige Gymnasium bis zum Ende der Legislaturperiode verlängert werden, also eine Bestandsgarantie bekommen, doch in der Fläche soll es nach dem Willen von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) beim G8 bleiben. Im Südwesten hängt das auch damit zusammen, dass man den erfolgreichen Weg von der Realschule über das berufliche Gymnasium nicht durch Konkurrenz an den allgemeinbildenden Gymnasien schwächen will. 36 Prozent der Abiture werden an beruflichen Gymnasien erworben.

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