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Bayern und Corona : Zauberkünstler Söder

  • -Aktualisiert am

Wandlungsfähig: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Bild: dpa

Er lehnte Stufenpläne ab – und präsentiert jetzt: die „Öffnungsmatrix“. Er wehrte sich dagegen, mehrere Corona-Kennzahlen zu vermischen – und macht nun genau das. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist lange nicht so konsequent wie er vorgibt.

          3 Min.

          Markus Söder hat so manchen Trick auf Lager. Einer davon ist die gewohnheitsmäßige Verwendung von Bekenntnisbegriffen wie „ehrlich“, „ehrlicherweise“ oder „ich gebe zu“, die den Eindruck großer Offenheit und Lauterkeit vermitteln, dabei aber den Zuhörer auch mal vergessen lassen, dass das, was danach kommt, zumeist kein Bekenntnis in eigener Sache ist, sondern eine Lappalie oder eine Kritik an anderen. Das war auch am Montag so, als Söder vor der Schalte des CSU-Vorstands sagte, er appelliere „vor allem an die deutsche Politik, ehrlicherweise. Ich mache mir um die Menschen weniger Sorge als vielmehr um die Nervosität, die in der Politik spürbar ist.“ Sprich: Bei den Politikern um ihn herum.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Söder arbeitet wie ein Zauberkünstler: mit Ablenkung. Das zeigte sich schon beim Aschermittwoch, als er das „CSU-Wohnzimmer“, aus dem er sendete, so vollstellte mit Anspielungen und Hinweisen, nicht zuletzt auf seine Kanzlerambitionen, dass man glatt überhören konnte, was er eigentlich sagte. Das war nun vor der Vorstandssitzung ähnlich, wenn auch weniger plakativ:

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