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Bayern : „Stoiber ist und bleibt die unbestrittene Nummer eins“

  • Aktualisiert am

Stoiber wird der Rücken gestärkt: Kein Wechsel in Bayern? Bild: AP

In der Diskussion über Edmund Stoibers Zukunft als Ministerpräsident stellt sich die CSU-Führung demonstrativ hinter ihren Vorsitzenden. Dessen schärfste Kritikerin, die Fürther Landrätin Pauli, unterstellt ihm indes ein Problem mit Frauen in der Politik.

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          Die CSU-Führung hat den Parteivorsitzenden Edmund Stoiber in der Diskussion über seine Zukunft als bayerischer Ministerpräsident demonstrativ unterstützt. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Ramsauer, und der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Herrmann, bekräftigten ihr Festhalten an Stoiber als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2008.

          „Edmund Stoiber ist und bleibt die unbestrittene Nummer eins“, sagte Ramsauer am Donnerstag in einem Zeitungsinterview. Eine Führungskrise in der Partei gebe es nicht. Im Gefolge einer Umfrage, nach der 60 Prozent der bayerischen Wähler eine abermalige Kandidatur Stoibers ablehnen, hatte die Debatte um dessen politische Zukunft nochmals an Schärfe gewonnen. Ramsauer sagte dazu: „Auf Umfragen sollte man nicht allzu viel geben. Das hat man bei der letzten Bundestagswahl gesehen.“ Der neue Ministerpräsident werde der alte sein.

          Huber schließt Kandidatur gegen Stoiber aus

          Herrmann sagte, er wolle die Debatte über Stoiber bei der Klausur der Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth Mitte des Monats schnell beenden. Dort werde „auch ein klares Votum der Fraktion stehen, dass wir unserem Ministerpräsidenten Rückendeckung geben“.

          Der von dem CSU-Landtagsabgeordneten Kobler als Stoibers Herausforderer ins Gespräch gebrachte bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber schloss eine Kandidatur aus. „Für mich kommt eine Kandidatur gegen Edmund Stoiber nicht in Betracht“, sagte Huber. Es handele sich bei dem Vorschlag um eine Einzelmeinung.

          „Stoiber hat ein Problem mit Frauen in der Politik“

          Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli (CSU) hat unterdessen ihre Forderung nach einer Kandidatur des bayerischen Innenministers Günther Beckstein oder von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer wiederholt. Beckstein sei der beliebteste Politiker Bayerns, und Seehofer habe Ausstrahlung, sagte Frau Pauli am Donnerstag der „Berliner Zeitung“. Sie warf Stoiber darüber hinaus eine Schwäche im Umgang mit Frauen vor. „Ich denke, ich wäre eher zu einem Gesprächstermin mit Stoiber gekommen, wenn er nicht manchmal ein Problem hätte, mit Frauen in der Politik umzugehen.“ Das sehe sie auch an seinem Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Männer, die noch ein klassisches Rollenbild haben, können oft nicht verstehen, dass Frauen auf gleicher Ebene mit gleicher Kompetenz mitreden“, sagte Frau Pauli.

          Die Fürther Landrätin, die dem CSU-Parteivorstand angehört, hatte nach eigener Auskunft mehrfach bei Stoiber um einen Termin gebeten, um über die Nachforschungen seiner Mitarbeiter über ihr Privatleben zu sprechen. Bislang sei ein solches Gespräch jedoch nicht zustande gekommen. Frau Pauli hält auch weiter an ihrer Forderung nach einer Mitgliederbefragung über eine abermalige Spitzenkandidatur Stoibers fest. „Ich werde auf dem nächsten Kleinen Parteitag einen Antrag auf Mitgliederbefragung einbringen“, sagte sie. Das letzte Wort müsse die Partei haben, und nicht die CSU-Landtagsfraktion. (Siehe auch: Gabriele Pauli im Porträt: Unbekümmert)

          SPD: Eine Notoperation

          CSU-Generalsekretär Markus Söder wies Frau Paulis Vorstoß dagegen abermals als „Teil einer politischen Kampagne“ zurück und bekräftigte die Absicht, Stoiber bereits bei der Fraktionsklausur in Wildbad Kreuth zum Spitzenkandidaten auszurufen: „Die Landtagsfraktion ist der repräsentative Querschnitt der CSU-Basis“, sagte Söder am Donnerstag in einem Fernsehinterview. „Damit wird es eine Entscheidung geben, diese Entscheidung ist dann auch eine Leitentscheidung für das Jahr 2007 und für 2008.“ (Siehe auch: )

          Der bayerische SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Maget bezeichnete die geplante vorgezogene Nominierung Stoibers dagegen als Notoperation. „Wer souverän und stark wäre, würde sich einem Mitgliedervotum stellen“, sagte Maget im ZDF.

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