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Politik und linke Dominanz : „Empfindlichkeit gegenüber einzelnen Formulierungen ist heute auf die Spitze getrieben"

  • -Aktualisiert am

„Vor allem lernt man in der Politik, dass es Situationen gibt, in denen man ganz allein ist“, sagt der ehemalige bayerische Kultusminister Hans Maier. Am 18. Juni wird er 90 Jahre alt. Bild: Finn Winkler

Franz Josef Strauß nannte ihn einmal einen „arroganten Professor“. Aber niemand gab den Linken im Parlament so gut Kontra wie sein Kultusminister Hans Maier. Interview mit einem Geistesmenschen, den es in die Politik verschlug – und wie er es schaffte, dort sogar Erfolg zu haben.

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          Herr Maier, wie kam es, dass Sie als angesehener Politikwissenschaftler und Lehrstuhlinhaber in München 1970 das Angebot angenommen haben, bayerischer Kultusminister zu werden?

          Timo Frasch
          Politischer Korrespondent in München.

          Ausschlaggebend war das Jahr 1968. Mein Vorgänger war Ludwig Huber, damals der zweitmächtigste Mann in der CSU unmittelbar hinter Strauß. Ein politischer Profi, aber zur Zeit der Studentenrevolte war er mitten im Gewühl und so eine Projektionsfläche für alle Aggressionen an den Universitäten. Als Kultusminister konnte er öffentlich kaum mehr auftreten, und der Parteivorsitzende Franz Josef Strauß hat ihn dann regelrecht zum Rückzug gezwungen. Das Kultusministerium galt als gefährliches Ressort. Leute wie Max Streibl haben händeringend abgelehnt. So fiel der Blick auf mich, einen Außenseiter, zunächst nicht einmal Parteimitglied. Man dachte: Wenn er es schafft, ist es gut, wenn nicht, schadet es uns nicht.

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