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Bausteine für Integration : Migrationspolitik aus einem Guss

  • -Aktualisiert am

Sind wir die vielfältige, offene Gesellschaft, die wir gerne sein möchten? Bild: dpa

Die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin wird oft kritisiert – vor allem wegen fehlender Systematik. Doch Einwanderung muss auf Kontrolle und klaren Regeln basieren. Notwendig ist ein grundlegender Neuanfang. Ein Gastbeitrag.

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          Bei oberflächlicher Betrachtung der Debatten im Deutschland des Jahres 2018 zeigt sich das Bild einer gespaltenen Gesellschaft: Auf der einen Seite Anhänger einer grenzenlosen Willkommenskultur, auf der anderen Seite ressentimentgeladene Wutbürger gegen die offene Gesellschaft. Diese Dichotomie entspricht nicht der Wirklichkeit, wie wir sie in vielen Begegnungen erleben. Aber sie kann dann zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden, wenn wir ihr nicht entschieden genug entgegentreten.

          Ja, die Ränder polarisieren. Dazwischen steht jedoch die große Mehrheit der Bevölkerung, die zwar politisch heterogen, aber darin einig ist, dass sie extreme politische Positionen ablehnt. Diese große Mehrheit ist nicht gespalten – aber zutiefst verunsichert. Sie will weder eine Gesinnungsethik der offenen Grenzen, noch pflegt sie völkisch-autoritäre Reinheitsideologien der ethnischen, kulturellen oder religiösen Gleichheit. Sie erwartet eine verantwortungsethische Haltung im Sinne Max Webers. Edle Motive der Hilfsbereitschaft dürfen nicht die praktischen Folgen politischer Entscheidungen ausblenden. In der Praxis sind die Integrationsmöglichkeiten begrenzt. Und neben der völkerrechtlichen Pflicht, Verfolgte zu schützen, gibt es auch das Recht der aufnehmenden Gesellschaft, selbst zu entscheiden, wen sie tatsächlich dauerhaft in ihre Mitte einladen will. Hier fehlt bis heute die Ordnung.

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