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Fall Susanna : Bashars Asylklage wurde offenbar nie bearbeitet

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Gedenken an Susanna am 11. Juni in Wiesbaden Bild: EPA

Eineinhalb Jahre lag die Klage des mutmaßlichem Mörders wohl in Wiesbaden. Eine Begründung lieferte das Verwaltungsgericht nie.

          Die Klage des mutmaßlichen Mörders Ali Bashar gegen die Ablehnung seines Asylantrags lag laut Informationen des „Spiegel“ fast eineinhalb Jahre unbearbeitet beim Wiesbadener Verwaltungsgericht. Ein Rechtsanwalt habe für Familie Bashar zwar am 9. Januar 2017 formal Klage gegen die ablehnenden Asylbescheide eingereicht, diese Klagen bis heute aber nie begründet. Das geht aus Asylunterlagen hervor, die die Zeitschrift einsehen konnte. Der Anwalt erklärte demnach, die Eltern von Ali Bashar seien nie gekommen, um über weitere Fluchtgründe zu sprechen und das Gericht habe ihn nie dazu aufgefordert, eine Klagebegründung einzureichen.

          Der „Spiegel“ berichtet weiter, die zuständige Richterin am Wiesbadener Verwaltungsgericht habe das bestätigt. Die lange Verfahrensdauer erklärte sie unter anderem mit Überlastung des Gerichts wegen zahlreicher Asylverfahren. Während ihres mehrjährigen Aufenthalts in Deutschland schwärmten Ali Bashar und seine Familie laut Informationen der Zeitschrift gegenüber Verwandten im Nordirak von den Bedingungen hierzulande. „Sie erzählten, dass es ihnen gut ginge in Deutschland“, berichtete ein Cousin aus dem irakischen Kurdengebiet. Sie müssten nicht hart arbeiten, man kümmere sich um sie, und sie bekämen ein Gehalt vom Staat, sollen sie der Verwandtschaft berichtet haben.

          Die Mutter und eine Schwester von Ali Bashar nahmen den mutmaßlichen Mörder in einem Gespräch mit dem „Spiegel“ im Nordirak in Schutz. „Ali ist mein Leben“, sagte demnach seine Mutter. Die Schwester sucht die Schuld für das Verbrechen bei anderen: „Wir müssen fragen, wer hat ihm Drogen gegeben?“

          Ali Bashar war im Oktober 2015 mit seinen Eltern und sieben Geschwistern aus dem Irak nach Deutschland gekommen. Ihre Asylanträge begründete die Familie offiziell damit, dass die Kinder in ihrer Heimat möglicherweise von Kämpfern der kurdischen PKK für bewaffnete Auseinandersetzungen rekrutiert werden könnten. Der inzwischen verhaftete Ali Bashar hat gestanden, im Mai dieses Jahres die 14 Jahre alte Susanna F. aus Mainz getötet zu haben. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er das Mädchen zuvor vergewaltigt hatte.

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