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Flüchtlingspolitik : Bamf braucht wieder deutlich länger für Asylverfahren

  • Aktualisiert am

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seinen Hauptsitz in Nürnberg. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr hat das Bamf Asylanträge in durchschnittlich sieben Monaten bearbeitet. Jetzt müssen Betroffene wieder viel länger warten. Das sei „Gift für die Integration“, kritisiert eine Linken-Politikerin.

          Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) braucht einem Medienbericht zufolge wieder deutlich länger bis zum Abschluss eines Asylverfahrens. Im zweiten Quartal diesen Jahres habe es im Schnitt 11,7 Monate und damit mehr als einen Monat länger als im ersten Quartal gedauert, bis über einen Asylantrag entschieden wurde, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Linken-Anfrage.

          Dem Bericht zufolge lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer im ersten Quartal noch bei 10,4 Monaten. Im gesamten Jahr 2016 habe das Bamf im Durchschnitt nur 7,1 Monate benötigt. Das Bundesinnenministerium begründe die langen Verfahrensdauern unter anderem damit, dass die Behörde aktuell viele komplexe Verfahren entscheide.

          „Nach Abschluss des Rückstandsabbaus wird das Bamf, außer bei sehr komplexen Fällen, kurze Bearbeitungsdauern sicherstellen können“, zitierte die Zeitung aus der Regierungsantwort.

          Die Innenexpertin der Linken, Ulla Jelpke, kritisierte die lange Verfahrensdauer dagegen scharf. „Überlange Asylverfahren sind für die Betroffenen unzumutbar und Gift für die Integration“, sagte Jelpke den Funke-Zeitungen. Sie verwies darauf, dass lediglich drei Monate dauernde Asylverfahren vereinbart worden seien.

          Jelpke sieht Versäumnisse beim zuständigen Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU): „Die Verantwortung hierfür trägt das Bundesinnenministerium.“ Unter anderem sei im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge viel zu spät das Personal verstärkt worden.

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