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Bahnfahren für Soldaten : Ein Ruck für die Bundeswehr

Dass Soldaten künftig gratis Bahn fahren dürfen, dürfte die Sichtbarkeit der Bundeswehr erhöhen. Trotzdem kann das nur ein erster Schritt auf einem sehr langen Weg sein.

          Soldaten werden auch künftig nicht kostenlos Bahn fahren. Denn die Bundeswehr soll vier Millionen Euro im Jahr dafür zahlen. Aber für die uniformierten Angehörigen der Streitkräfte ist das ein Zeichen der Anerkennung. Es ist auch ein Anreiz, Uniform zu tragen.

          Zwar ist die Zivilisierung der Gesellschaft durchaus als Fortschritt zu betrachten – die Zeiten sind lange vorbei, als der Soldat als etwas Höheres galt. Er ist aber auch nichts Niederes, Lästiges – aber auch so wurde er mitunter in der Öffentlichkeit behandelt. Nein, Soldaten sind Amtsträger mit ganz besonderen Pflichten. Und die sind wieder mehr gefragt. Gleichwohl kann von größerer öffentlicher Wertschätzung für die Bundeswehr keine Rede sein. Das sieht man auch am Umgang mit Auftrag und Ausrüstung.

          Aber auch in der Bundeswehr selbst braucht mancher einen Ruck. Die Bahn-Aktion dürfte die Sichtbarkeit der Bundeswehr erhöhen – kann aber nur ein erster Schritt auf einem sehr langen Weg sein. Es geht um Interessen, Bedrohungen und Strategie und die Frage, wofür die Soldaten ihr Leben einsetzen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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