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Corona-Tests für Rückkehrer : Baerbock wirft Spahn „fatales Versäumnis“ vor

  • Aktualisiert am

Annalena Baerbock am Samstag beim NRW-Parteiteig der Grünen in Dortmund Bild: dpa

Die Corona-Tests für Reisende aus Risikoländern hätten schon „am Anfang der Sommerferien stehen müssen“, kritisiert die Grünen-Ko-Vorsitzende. Auch Rheinland-Pfalz gesteht unterdessen Probleme bei der Übermittlung von Test-Ergebnissen ein.

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          Nach der Reisewarnung der Bundesregierung für den größten Teil Spaniens hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Fehler vorgeworfen. Es sei „ein fatales Versäumnis“, dass die Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikoländern erst mitten in der Reisewelle beschlossen worden sei, kritisierte Baerbock am Samstag am Rand eines Parteitags der nordrhein-westfälischen Grünen in Dortmund. „Das hätte am Anfang der Sommerferien stehen müssen und nicht kurz vor Ende.“ Inzwischen seien Tausende Urlauber bereits nach Deutschland zurückgekehrt.

          Falsch sei auch die Entscheidung der Europäischen Union, dass der Mittelplatz in Flugzeugen weiter besetzt werden dürfe. „Alle haben davor gewarnt, unterstrich Baerbock. „Das ist ein absoluter Beschleuniger der ganzen Krise.“ Mitten in der Pandemie sei weiterhin „absolute Vorsicht geboten“.

          Die Bundesregierung hatte am Freitag die bislang für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Balearen ausgedehnt. Zu dieser Inselgruppe gehört die beliebte Ferieninsel Mallorca. Ausgenommen von der Reisewarnung, die Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht, sind nur die Kanarischen Inseln.

          Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bis Samstagmorgen 1415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Angesichts der seit Ende Juli immer weiter steigenden Infektionszahlen fügte das RKI in seinem aktuellen Lagebericht eine neue Warnung hinzu: „Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.“

          Unterdessen wurde bekannt, dass es auch in Rheinland-Pfalz zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Test-Ergebnissen kommt, etwa in Trier. Alle positiven Fälle seien aber sofort informiert worden, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes für Trier und Trier-Saarburg, Harald Michels, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist hier nicht so wie in Bayern. Wir schaffen es nur nicht, die negativen Befunde zeitnah rauszugeben.“ Zuvor hatte das ZDF über die Verzögerungen berichtet.

          Drastische Verzögerungen hatte es zuvor in Bayern gegeben. 44.000 Rückkehrer von Auslandsreisen warteten – Stand Mittwoch – nach Tests an den Autobahnen dort noch auf ihre Ergebnisse, darunter mehrere Hundert nachweislich Infizierte.

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