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Vor Bidens Klimagipfel : Baerbock: „Wir stehen vor entscheidenden Jahren für den Klimaschutz“

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Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, wirbt für eine transatlantische Allianz für den Klimaschutz. Bild: AP

Die Kanzlerkandidatin der Grünen lobt die neue amerikanische Regierung: Sie habe mit ihren „massiven Investitionen in Klimaschutz“ vorgemacht, wie es geht. Bei der Konferenz will Washington seine neuen, mit Spannung erwarteten Klimaziele vorstellen.

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          Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wirbt für eine Allianz mit den USA im Kampf gegen den Klimawandel. „Wir stehen vor entscheidenden Jahren für den Klimaschutz und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Wenn wir das nur halbherzig machen, verlieren wir den Anschluss“, sagte Baerbock den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland kurz vor dem virtuellen Klimagipfel, zu dem US-Präsident Joe Biden eingeladen hat.

          Die Regierung Bidens habe die Chance für ein ernsthaftes Investitionsprogramm ergriffen, dem sollte sich Deutschland anschließen, sagte Baerbock. „Ich werbe dafür, dass wir eine transatlantische Allianz für Klimaneutralität begründen. Es ist notwendig, dass wir gemeinsam auf den 1,5-Grad-Pfad kommen.“

          Die Staatengemeinschaft müsse schnell handeln, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. „Das erfordert unmittelbares und substanzielles Handeln in den nächsten Jahren – und zwar global.“ Dazu seien deutlich ambitioniertere Klimaziele nötig. Die neue amerikanische Regierung hat vorgemacht, wie es gehe, „mit massiven Investitionen in Klimaschutz“, sagte sie.

          Putin, Xi und Merkel unter den Gästen

          Rund 40 Staats- und Regierungschefs beraten ab Donnerstag auf Einladung der Vereinigten Staaten bei einem virtuellen Gipfel über den Klimaschutz. Die unter Biden ins Pariser Klimaschutzabkommen zurückgekehrten Vereinigten Staaten wollen dabei zu verstärkten Bemühungen im Kampf gegen die Erderwärmung aufrufen. Teilnehmen werden unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Russlands Staatschef Wladimir Putin und der chinesische Präsident Xi Jinping.

          Mit Spannung wird die Verkündung neuer Klimaziele durch die Vereinigten Staaten erwartet. Die EU hatte sich am Mittwoch auf neue Ziele geeinigt. Die EU-Staaten und das Europaparlament beschlossen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um „mindestens 55 Prozent“ zu senken. Das europäische Klimagesetz schreibt zudem das Ziel fest, dass die EU bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird.

          Schulze: „Europa braucht sich nicht zu verstecken“

          Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) pocht im Vorfeld des Klimagipfels auf einen höheren Beitrag anderer Industrieländer, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. „Wir Europäer brauchen uns mit unserem Klimaziel nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil. Europa ist der Schrittmacher beim weltweiten Klimaschutz“, sagte Schulze der Zeitung „Rheinische Post“.

          Die Europäische Union habe mit ihrem höheren Klimaziel für 2030 die neue Messlatte gelegt. Jetzt komme es darauf an, dass möglichst alle anderen großen Volkswirtschaften nachziehen, weg von fossilen Brennstoffen, hin zu zukunftsfähigen Arbeitsplätzen, gesunder Umwelt und mehr Klimaverträglichkeit. „Wir befinden uns an einer entscheidenden Wegmarke.“

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