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Ein Mann auf Platz eins : Baerbock kritisiert Liste der Saar-Grünen

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Die Ko-Parteivorsitzende und Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, am 21. Juni Bild: EPA

Im Saarland führt ein Mann die Landesliste der Grünen an. Annalena Baerbock hätte sich das anders gewünscht. Denn ein Statut der Partei schreibt an der Spitze eine Frau vor.

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          Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat deutliche Kritik an der Aufstellung der Bundestagskandidaten ihrer Partei im Saarland geübt. Nach der Wahl des früheren Landesparteichefs Hubert Ulrich auf Platz eins der Landesliste sagte Baerbock am Montag in Berlin: „Wir haben uns das anders gewünscht.“

          Ulrich hatte sich auf einem Landesparteitag am Sonntag als Spitzenkandidat durchgesetzt, nachdem die inzwischen abgelöste Landesvorsitzende Tina Schöpfer mehrfach durchgefallen war. Ulrich setzte sich schließlich auch gegen die Vorsitzende der Grünen Jugend im Saarland, Jeanne Dillschneider, durch. Dass ein Mann nun die Landesliste anführt, verstößt nach Ansicht vieler Kritiker gegen das Frauenstatut der Grünen. Dieses schreibt eigentlich eine Frau an der Spitze vor.

          Die Angelegenheit wurde nach Baerbocks Angaben am Montag auch im Bundesvorstand besprochen. Darüber werde Bundesgeschäftsführer Michael Kellner mit dem saarländischen Landesverband noch „im intensiven Austausch sein“, kündigte die Bundesvorsitzende der Grünen an.

          Befürchtet wird zudem, dass die Wahl Ulrichs juristisch angefochten werden könnte. „Wir sind schockiert über die Art und Weise, wie sich über das Frauenstatut der Grünen hinweggesetzt worden ist und sehen hier eklatante Satzungsverstöße“, erklärte Dillschneider auf Facebook. Nach ihrer Überzeugung wurde „willentlich in Kauf genommen, möglicherweise keine gültige Liste einreichen zu können“.

          Hubert Ulrich (Grüne) spricht auf dem Landesparteitag im Saarland am Sonntag, 20. Juni, zu den Delegierten.
          Hubert Ulrich (Grüne) spricht auf dem Landesparteitag im Saarland am Sonntag, 20. Juni, zu den Delegierten. : Bild: dpa

          Ulrich ist bei den Grünen seit jeher umstritten, weil sich der Landesverband unter seiner Führung im Jahr 2009 für eine Jamaika-Koalition an der Saar ausgesprochen hatte, obwohl rechnerisch damals auch Ro-Rot-Grün möglich gewesen wäre.

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