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Grünen-Kanzlerkandidatin : Baerbock hält Nachteile für Ungeimpfte für legitim

  • Aktualisiert am

Annalena Baerbock spricht beim Wahlkampfauftakt der Grünen in Baden-Württemberg in Heidelberg. Bild: dpa

Annalena Baerbock kann nachvollziehen, dass Impfunwilligen nicht die Freiheit der Geimpften gestattet werden. Die Grünen-Kanzlerkandidaten will die Impfquote unbedingt erhöhen und spricht sich für mobile Impfteams aus.

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          Angesichts der in Deutschland nachlassenden Impfbereitschaft diskutieren Politik und Gesundheitsexperten über geeignete Maßnahmen, um die Impfquote zu erhöhen. Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sagte nun dem Berliner Tagesspiegel, dass sie Nachteile für Ungeimpfte als legitim erachte. „Wenn alle ein Impfangebot bekommen haben, ist jedenfalls nicht auszuschließen, dass Geimpfte mehr Dinge tun können als die, die sich trotz der Möglichkeit nicht impfen lassen“, sagte die Ko-Chefin der Grünen. „Es kann ja nicht sein, dass die Freiheitsrechte aller eingeschränkt werden, weil sich ein Teil nicht impfen lassen will.“

          Wie sie zu einer möglichen Impfpflicht steht, ließ Baerbock dem Blatt zufolge trotz Nachfragen offen. Die Grünen-Politikerin appellierte jedoch an die Erwachsenen, sich impfen zu lassen und forderte ein Vorantreiben der Impfkampagne: „Wir müssen jetzt, wo das Impftempo nachlässt, die Anstrengungen verstärken.“

          Ungeimpfte müssten direkt angesprochen und vor Ort von einer Impfung gegen das Coronavirus überzeugt werden, sagte Baerbock. „Mit mobilen Impfteams und Impfangeboten direkt in Stadtteilzentren und Hochschulen, auf Marktplätzen und vor Supermärkten erreichen wir unentschlossene Menschen am besten.“ Baerbock forderte Bund und Länder auf, die Finanzierung der mobilen Impfteams „umgehend“ sicherzustellen.

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          Derweil forderten Kinderärzte vor dem beginnenden Schuljahr eine klare Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für ab 12-Jährige. „Wir erwarten, dass sich die Stiko erneut und möglichst zeitnah äußert“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, am Samstag der Ärzte Zeitung. „Die Eltern brauchen eine klare Perspektive, wie es weitergeht und ob sie ihr Kind impfen lassen sollen“, fügte er hinzu. Es gebe inzwischen zahlreiche Studien, die die Impfung positiv bewerten. Fischbach verwies auf den Corona-Berater der israelischen Regierung und Leiter der größten Kinderklinik des Landes Itai Pessach. Der habe „betont, die zugelassenen Vakzine für ab 12-Jährige seien sicher und gut verträglich“.

          Für Kinder und Jugendliche dürfe es nicht zu einem neuerlichen Lockdown kommen, forderte Fischbach. „Die Schulen und Kitas müssen nach den Ferien im Regelbetrieb öffnen. Es darf nicht wieder zu einem Jo-Jo-Effekt kommen: Aufmachen, dichtmachen und wieder von vorne. Die körperlichen und seelischen Kollateralschäden weiterer Lockdown-Politik wären immens.“

          Für die Öffnung der Schulen verlangt der Verbandschef einen bundesweiten Einsatz von sogenannten Lolli-Pooltests. „Der Vorteil der Lolli-Tests ist, dass sie wesentlich verlässlicher als Schnelltests sind“, sagte Fischbach. „Die Kinder empfinden die Lolli-Tests auch als weniger belastend, das läuft fast spielerisch ab. Daher sollte die Methode breiter angewendet werden.“

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