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Neue Köpfe im Auswärtigen Amt : Baerbock besetzt wichtige Positionen mit Frauen

Annalena Baerbock am 14. Dezember 2021 in Stockholm Bild: dpa

Einen Monat nach ihrem Amtsantritt organisiert Annalena Baerbock ihr Ministerium um. Tjorven Bellmann soll neue Politische Direktorin werden, Sibylle Sorg Europa-Direktorin.

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          Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat zwei Spitzenpositionen im Auswärtigen Amt (AA) mit Diplomatinnen neu besetzt. Wie am Montag bekannt wurde, soll Tjorven Bellmann, die bislang die Sicherheitspolitik im AA verantwortete, neue Politische Direktorin werden, Sibylle Sorg, die bisher die Abteilung für Krisenprävention und Stabilisierung leitete, wechselt auf die Position der Europa-Direktorin.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Berufungen sind Teil einer größeren personellen Neuaufstellung, die Baerbock dem Vernehmen nach einen Monat nach ihrem Amtsantritt verfügt hat. Auch die Leitung des Außenministeriums wird neu aufgestellt. An die Seite der Staatssekretärin Susanne Baumann, die Anfang Dezember in diese Position berufen wurde und dort auf Antje Leendertse folgt (sie ist nun deutsche Botschafterin bei den Vereinten Nationen), tritt der bisherige Botschafter in London, Andreas Michaelis. Michaelis hat die Funktion eines Staatssekretärs im Außenministerium schon einmal in den Jahren 2018 bis 2020 versehen.

          Karriere von Michaelis ist mit Fischer verbunden

          Er war zuvor drei Jahre lang Politischer Direktor des Auswärtigen Amts gewesen, davor hatte eine Zeit als Botschafter in Israel gelegen. Michaelis gehört zum kleinen Kreis jener Diplomaten, deren Karriere im Amt mit der Zeit des ersten grünen deutschen Außenministers Joschka Fischer verbunden ist; er diente Fischer in den Jahren 1998 bis 2002 erst als stellvertretender Sprecher, dann als Sprecher des Ministeriums.

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          Auch die neue Politische Direktorin Bellmann hat einst die Pressestelle des AA durchlaufen. Sie ist ausgebildete Islamwissenschaftlerin und war in ihrer Laufbahn sowohl in Iran als auch in Israel stationiert. Zu Bellmanns Aufgabengebiet als Leiterin der Politischen Abteilung zählt unter anderem die Zuständigkeit für die Atomverhandlungen mit Iran, die bislang ihr Vorgänger Jens Plötner betreute. Plötner wechselte als Außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ins Kanzleramt.

          Die neue Europa-Direktorin Sorg war zuvor schon einige Jahre mit den Beziehungen Deutschlands zu den EU-Mitgliedsstaaten befasst. In jener Zeit war sie maßgeblich an der Formulierung des „Vertrages von Aachen“ beteiligt, des seit zwei Jahren bestehenden neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrages.

          Ihre bisherige Abteilung Krisenvorsorge wird von Ricklef Beutin übernommen, der unter anderem Stationen im Amt als Büroleiter von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und als Leiter des Kabinettsreferates absolvierte. An die Spitze der Abteilung für Vereinte Nationen (UN) und Abrüstungsfragen rückt Günter Sautter, der dafür nach eineinhalb Jahren von der Position des stellvertretenden Leiters der deutschen UN-Vertretung aus New York zurückkehrt.

          In die freie Position an der Spitze der Kulturabteilung, die durch den Wechsel des bisherigen Leiters Andreas Görgen ins Kanzleramt entstand, rückt Ralf Beste, der bislang deutscher Botschafter in Wien und enger Mitarbeiter des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier (SPD) in dessen zweiter Amtszeit war. Beste begleitete die deutsche Außenpolitik zuvor viele Jahre lang als Korrespondent der Zeitschrift „Der Spiegel“.

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