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Baden-Württemberg : Schwieriger Junior

Die Grünen in Stuttgart haben einen Koalitionspartner, der mit sich und seiner Rolle als Juniorpartner noch lange nicht im Reinen ist.

          Die Rechnung Thomas Strobls ist nicht ganz aufgegangen. Er war von Berlin nach Stuttgart gegangen, um nach dem Wahldesaster Guido Wolfs und der CDU eine Koalition mit den Grünen zu schmieden. Bedingung dafür war, dass er sich auf die Landtagsfraktion verlassen kann. Die hatte während des Mitgliederentscheids über die Spitzenkandidatur nicht ihn, sondern Wolf unterstützt.

          Eigentlich müssten die Landtagsabgeordneten der Heimkehr Strobls deshalb reumütig Respekt zollen. Das Gegenteil ist der Fall. Sie wählten einen Widersacher Strobls zum Fraktionsvorsitzenden. Aus Ärger über „Berlin“? Aus Ärger über zu wenig Regierungsposten? Wie auch immer: Es spricht nichts dafür, dass sie begriffen haben, nach dem 13. März noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

          Aber auch die brüske Reaktion Strobls nach einer misslungenen Probeabstimmung der Fraktion vor der Wahl Kretschmanns zum Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag deutet darauf hin, dass die Grünen einen Koalitionspartner haben, der mit sich und seiner Rolle als Juniorpartner noch lange nicht im Reinen ist.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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