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Skandal in Baden-Württemberg : Gift im Boden und im Wasser

Das Wasserwerk in Rastatt-Rauental Bild: Verena Müller

In Baden-Württemberg ist eine Fläche etwa so groß wie der Ammersee mit Chemikalien verseucht. Die Aufarbeitung des Umweltskandals verläuft zäh. Doch es ist nicht das einzige Bundesland mit solchen Vorfällen.

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          Die Outdoorjacke fehlt heute in keinem Kleiderschrank. Wenn sie etwas älter ist, verdankt sie ihre wasserabweisende Wirkung der Imprägnierung mit „per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen“ (PFAS/PFC). Das Wasser perlt ab. Zwischen Rastatt und Baden-Baden finden sich diese Substanzen leider nicht nur im Kleiderschrank. Schon vor sieben Jahren sind in der Rheinebene erhebliche Konzentrationen dieser Industriechemikalien aufgetreten. Sie stehen im Verdacht, entzündliche Darmerkrankungen, Asthma, Schilddrüsenerkrankungen und auch Ho­den- oder Nierenkrebs zu verursachen.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Bemühungen, mit den Folgen dieses Umweltskandals fertig zu werden – po­litisch, juristisch und wissenschaftlich – stehen erst am Anfang, trotz eines zähen Kampfes einiger Bürgerinitiativen. Das Pro­blem wird Bürger und Politiker noch Jahrzehnte beschäftigen. Ob das Gift überhaupt einmal wieder vollkommen aus dem Trinkwasser, aus den Lebensmitteln, aus den Böden und dem Leben verschwindet, weiß heute niemand. Erst Anfang des Jahres begann ein Schadenersatzprozess vor dem Landgericht Baden-Baden gegen ei­nen Verursacher des Umweltskandals – wegen der Corona-Pandemie ist der Prozess im Moment ausgesetzt.

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