https://www.faz.net/-gpf-ah6og

Skandal in Baden-Württemberg : Gift im Boden und im Wasser

Das Wasserwerk in Rastatt-Rauental Bild: Verena Müller

In Baden-Württemberg ist eine Fläche etwa so groß wie der Ammersee mit Chemikalien verseucht. Die Aufarbeitung des Umweltskandals verläuft zäh. Doch es ist nicht das einzige Bundesland mit solchen Vorfällen.

          7 Min.

          Die Outdoorjacke fehlt heute in keinem Kleiderschrank. Wenn sie etwas älter ist, verdankt sie ihre wasserabweisende Wirkung der Imprägnierung mit „per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen“ (PFAS/PFC). Das Wasser perlt ab. Zwischen Rastatt und Baden-Baden finden sich diese Substanzen leider nicht nur im Kleiderschrank. Schon vor sieben Jahren sind in der Rheinebene erhebliche Konzentrationen dieser Industriechemikalien aufgetreten. Sie stehen im Verdacht, entzündliche Darmerkrankungen, Asthma, Schilddrüsenerkrankungen und auch Ho­den- oder Nierenkrebs zu verursachen.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Bemühungen, mit den Folgen dieses Umweltskandals fertig zu werden – po­litisch, juristisch und wissenschaftlich – stehen erst am Anfang, trotz eines zähen Kampfes einiger Bürgerinitiativen. Das Pro­blem wird Bürger und Politiker noch Jahrzehnte beschäftigen. Ob das Gift überhaupt einmal wieder vollkommen aus dem Trinkwasser, aus den Lebensmitteln, aus den Böden und dem Leben verschwindet, weiß heute niemand. Erst Anfang des Jahres begann ein Schadenersatzprozess vor dem Landgericht Baden-Baden gegen ei­nen Verursacher des Umweltskandals – wegen der Corona-Pandemie ist der Prozess im Moment ausgesetzt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Demonstranten knien in Frankfurt vor einer Polizeikette

          Impfgegner und Anthroposophie : Höhere Einsichten dank Rudolf Steiner?

          Nach eigener Einschätzung verfügen sie über Spezialwissen, das allen anderen abgeht. Die Milieus der Anthroposophen und der „Querdenker“ haben viele Berührungspunkte. In der Pandemie macht das vieles schwerer.
          Eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach wird mit einer Flüssiggasheizung kombiniert.

          Nachhaltig Wohnen : Unruhe unter Dämmern

          Die Dämmstoffindustrie ist alarmiert. Bauminister rücken von der einseitigen Ausrichtung an der Gebäudedämmung ab. Die Koalitionäre in Berlin sprechen von technologieoffenen Maßnahmen. Ein Paradigmenwechsel steht an.