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Außenminister Maas : „Deutsch-amerikanische Freundschaft besteht aus mehr als 280 Zeichen“

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„Bei allen Turbulenzen jenseits des Atlantiks sollten wir nicht vergessen, wie tief und breit diese Verbindungen in beiden Gesellschaften verankert sind“ sagte Maas am Mittwoch in Berlin. Bild: EPA

Der neue Bundesaußenminister betont im Bundestag die guten Beziehungen Deutschlands zu den Vereinigten Staaten – und geht dabei auf Donald Trumps liebstes Medium ein. Mahnende Worte richtet Heiko Maas derweil an die Türkei.

          Außenminister Heiko Maas hat die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Freundschaft trotz aller Differenzen mit amerikanischen Präsidenten Donald Trump hervorgehoben. „Lassen Sie uns das transatlantische Verhältnis nicht alleine von Twitter-Meldungen abhängig machen“, sagte er am Mittwoch im Bundestag mit Blick auf die fast täglichen Meldungen, die Trump über den Kurznachrichtendienst verbreitet. „Die deutsch-amerikanische Freundschaft besteht aus weitaus mehr als 280 Zeichen.“

          Die Vereinigten Staaten blieben der wichtigste Partner Deutschlands außerhalb Europas, betonte der neue Außenminister. „Bei allen Turbulenzen jenseits des Atlantiks sollten wir nicht vergessen, wie tief und breit diese Verbindungen in beiden Gesellschaften verankert sind.“

          Im Hinblick auf das außenpolitische Geschehen hat sich Maas für die Übernahme internationaler Verantwortung ausgesprochen. "Wer nichts in die Waagschale wirft, der wird auch kein politisches Gewicht entfalten.“ Die Bundesregierung werde sich daher "mit aller Kraft" für den Erhalt und die Fortentwicklung multilateraler Zusammenarbeit in den wichtigsten Sicherheits-, Klima- und Handelsfragen einsetzen, sagte Maas. Im Frühjahr bewerbe sich Deutschland zudem um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat.

          Zugleich kritisierte er das Vorgehen der Türkei im nordsyrischen Afrin. In dieser Frage müsse der Druck auf die Verantwortlichen des Nato-Partners Türkei in aller Deutlichkeit aufrechterhalten werden. "Oberste Priorität für uns hat (...) die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Schutz von Leib und Leben der Zivilbevölkerung in Afrin", betonte Maas. "Hierfür ist die Türkei in der Pflicht. Was immer die Türkei unternimmt, muss sich völkerrechtlich im Rahmen des Erforderlichen und des Verhältnismäßigen bewegen - und hier haben wir gerade in Anbetracht der jüngsten Entwicklungen schon erhebliche Zweifel."

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