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Wasserwerfer eingesetzt : Ausschreitungen bei Mai-Demonstrationen in Hamburg

  • Aktualisiert am

Polizisten werden in Hamburg von Demonstranten mit Leuchtraketen beschossen Bild: dpa

Zwei „revolutionäre“ Mai-Demonstrationen in Hamburg sind am Abend von der Polizei aufgelöst worden, nachdem es zu gewaltsamen Ausschreitungen kam. Dutzende Menschen wurden verletzt.

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          Nach verschiedenen Ausschreitungen sind am Freitagabend in Hamburg zwei „revolutionäre“ Mai-Demonstrationen von der Polizei aufgelöst worden. Nach Angaben von Polizei und Beobachtern wurden 34 Beamte und mehrere Demonstranten verletzt. Die Polizei nahm 18 Menschen fest.

          Einen ersten Zug mit etwa 700 Teilnehmern stoppte die Polizei schon wenige Meter nach Beginn im Stadtteil St. Pauli, weil sich Teilnehmer vermummt hatten. Demonstranten warfen Feuerwerkskörper und Gegenstände auf Beamte. Die Polizei löste daraufhin die Versammlung auf. Sie setzte dabei Wasserwerfer und eine Reiterstaffel ein.

          Der Versuch, eine Tankstelle zu plündern

          Nur wenige Stunden später endete eine zweite Kundgebung von bis zu 1000 Linksextremisten auf ähnliche Weise an der Reeperbahn. Die vom Bahnhof Altona losmarschierten Demonstranten attackierten die Polizei mit Böllern, Flaschen und Steinen, die Beamten gingen mit Wasserwerfern und Reizgas vor. Ein Journalist der Deutschen Presse-Agentur sah zwei verletzte Demonstranten. Während des Aufzuges hatten einige Teilnehmer auch versucht, eine Tankstelle zu plündern.

          Nach Auflösung der Demonstrationen kam es immer wieder zu Scharmützeln zwischen kleineren Gruppen und der Polizei auf St. Pauli und im Schanzenviertel. Am späten Abend beruhigte sich die Lage, die Polizei hob die Verkehrseinschränkungen auf. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, beobachtete den Einsatz seiner Kollegen in Hamburg und lobte ihre Arbeit: „Ich denke, hier ist polizeilich ein vorbildlicher Job gemacht worden.“

          Ein Demonstrant zeigt, was er von den Polizisten hält Bilderstrecke

          Bereits am Nachmittag hatten mehrere tausend Menschen in Hamburg gegen die Flüchtlingspolitik des rot-grünen Senats demonstriert. Die Polizei zählte etwa 3800 Teilnehmer, die Veranstalter vom Bündnis „Recht auf Stadt“ sprachen von mehr als 7000. Auf dem Zug durch St. Pauli kam es bis auf ein paar Böllerwürfe zu keinen erwähnenswerten Zwischenfällen, wie der Polizeisprecher sagte.

          Am Mittag hatten in Hamburg mehrere tausend Menschen an den Gewerkschaftskundgebungen teilgenommen, darunter auch Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach von mehr als 5000 Teilnehmern in der Innenstadt sowie 700 in Bergedorf und 500 in Harburg. Die Polizei ging von 4000 Demonstranten in der City aus und sprach von einem friedlichen Verlauf.

          Die Proteste in Berlin verliefen dagegen weitgehend friedlich. Laut Polizei beteiligten sich etwa 15.000 Menschen an der traditionellen Demonstration zum „Revolutionären 1. Mai“, die Organisatoren sprachen von 30.000 Teilnehmern. Der Protestmarsch, der sich in diesem Jahr insbesondere gegen steigende Mieten und die aktuelle Flüchtlingspolitik richtete, startete im Stadtteil Kreuzberg. Die Polizei war mit über 6000 Beamten im Einsatz.

          Die „Revolutionäre 1.Mai-Demo“ war in früheren Jahren in Berlin Ausgangspunkt teils heftiger Krawalle, zuletzt verliefen die Veranstaltungen aber ruhiger. Auch eine Demonstration linker Gruppen in der Walpurgisnacht von Donnerstag auf Freitag war weitgehend friedlich verlaufen. Nur vereinzelt zündeten Demonstranten Feuerwerkskörper, durch einen Steinwurf wurde nach Polizeiangaben ein Beamter leicht verletzt. 15 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

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