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Gauland fordert Ausschluss : War AfD-Landesvorsitzender NPD-Mitglied?

Dennis Augustin spricht im September 2018 bei einer „Merkel muss weg!“-Kundgebung in Hamburg. Bild: dpa

Dennis Augustin droht der Parteiausschluss. Denn der heutige AfD-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern hat 1989 an einem NPD-Lehrgang teilgenommen. Wie viel NPD steckt wirklich in seiner Vergangenheit?

          Wegen seiner mutmaßlichen Vergangenheit bei der NPD droht dem AfD-Landesvorsitzenden von Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, der Ausschluss aus der Partei. Die Zeitung „Nordkurier“ hatte zuvor berichtet, dass Augustin im Jahr 1989 an einem Lehrgang der NPD in Italien teilgenommen haben soll. Der AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland wurde am Donnerstag mit der Aussage zitiert, die zuständigen Gremien der Partei sollten ein Parteiausschlussverfahren einleiten. „Wir werden im Bundesvorstand darüber sprechen.“

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Augustin gestand auf seiner Facebook-Seite ein, in Italien gewesen zu sein und eine Urkunde erhalten zu haben. Er sprach von einer „Jugendsünde“ – er war damals 19 –, die zum Skandal gemacht werden solle. „Das Ganze ist nur ein weiterer Versuch, mich in der AfD kaltzustellen.“ Ob er jemals Mitglied der NPD oder ihrer Jugendorganisation war, geht aus dem Beitrag nicht eindeutig hervor.

          Laut dem „Nordkurier“ habe die NPD damals in Norditalien ein „Nationaldemokratisches Bildungszentrum“ betrieben. Auf einem Bild, veröffentlicht einst in der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“, soll Augustin zu sehen sein, wie er eine Urkunde vom späteren NPD-Vorsitzenden Udo Voigt in Empfang nimmt. Darunter steht: „Gratuliere, Kamerad Dennis Augustin aus Schleswig-Holstein: Grundlehrgangs-Bester!“ Augustin ist einer von zwei Parteivorsitzenden in Mecklenburg-Vorpommern, der andere ist Leif-Erik Holm. Er wird dem gemäßigten Parteiflügel zugerechnet. Holm sagte: „Es ist sehr enttäuschend, dass unsere Parteimitglieder auf diese Weise von der Vorgeschichte Dennis Augustins erfahren müssen.“ Er forderte ihn auf, die „Reißleine“ zu ziehen, „um den bereits entstandenen Schaden für die Partei nicht weiter zu vergrößern“.

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