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„Aus Sorge um Europa“ : Kohls Appell für Frieden

  • -Aktualisiert am

Aufmunterung: Helmut Kohl und Maike Kohl-Richter bei der Buchvorstellung am Montag in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Unter großem Medienrummel hat der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl in Frankfurt sein neues Buch vorgestellt. In einem sehr persönlichen Appell setzte er sich für eine weitere Einigung in Europa ein.

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          Das Interesse der Medien war gewaltig, als Helmut Kohl an diesem Montag in Frankfurt sein neues Buch vorstellte. Rund 80 Journalisten, Fotografen und Kameraleute wollten im Frankfurter Luxushotel Villa Kennedy erfahren, was es mit dem schmalen Band „Aus Sorge um Europa“ auf sich hat. Als Laudator hatte der langjährige deutsche Bundeskanzler den neuen Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, gewonnen, der daraufhin am ersten Tag seiner neuen Amtszeit nicht nach Brüssel, sondern in die Main-Metropole fuhr.

          Kohl, der im Rollstuhl sitzt, wurde begleitet von seiner Frau Maike Kohl-Richter. Sie sagte, sie sei mit ihrem  Mann gekommen, der vor sechseinhalb Jahren einen schweren Unfall erlitten habe und wolle ihn, wo nötig, unterstützen. Dies tat sie vor allem mit Blicken und einem aufmunternden Lächeln, das ihr Mann meist mit freundlicher Mimik goutierte.

          Nie aufgehört an Europa zu glauben

          Kohl sprach am Ende der Veranstaltung. Anfangs kamen die Worte flüssig, dann war er wieder schwer zu verstehen, manchmal gar nicht. Gut vernehmbar war sein Appell für den Frieden: „Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede; mein Bruder ist im Krieg gefallen.“ Er habe in seiner Zeit als Politiker gute wie schlechte Zeiten erlebt, aber nie aufgehört an Europa zu glauben. Auch sein neues Buch sei ein Zeichen seines Kampfes für die europäische Einigung.

          Buchvorstellung : Kohl sorgt sich um Europa

          Die stellte auch EU-Präsident Juncker in den Mittelpunkt seiner Laudatio. Wenn Kohl schreibe, Europa müsse von den Bürgern mehr getragen als ertragen werden, so könne er dieses Diktum auch zum Motto seiner fünfjährigen Amtszeit erklären. Heute stelle Europa elf Prozent der Weltbevölkerung; am Ende des Jahrhunderts würden daraus vier Prozent geworden sein. Diese Zahl sei nicht der Anlass, wieder in kleinstaatlichen Strukturen zu denken, sondern müsse ein Impuls für eine Stärkung der europäischen Idee  sein.

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