https://www.faz.net/-gpf-9ufd8

Frauen aus Ostdeutschland : Nur weg hier

  • -Aktualisiert am

Schön ist sie ja, die Oberlausitz, bloß auch recht leer. Bild: Getty

In Scharen verlassen junge, gut ausgebildete Frauen den Osten der Republik. Sie wollen raus in die Welt, haben besseres vor mit ihrem Leben. Übrig bleiben die Männer. Die wählen deshalb rechts.

          6 Min.

          Herr Hausmann ist einsam. Anfang 50 ist er und wohnt in Zittau, am östlichsten Zipfel der Republik. Verheiratet ist er nicht, es gibt keine Frau in seinem Leben. „Die Frauen, die mich interessiert haben nach der Wende, sind alle weggegangen“, brummt er. „Die sind alle in den Westen.“ Er blieb. Sein Blick sagt: Das habe ich nun davon.

          Zittau kann nichts dafür. Die Stadt an der Grenze zu Tschechien hat 25.000 Einwohner und liegt in der Oberlausitz, die zu Sachsen gehört, das zu Ostdeutschland gehört. Überall fehlen Menschen. Das bringt Probleme mit sich, für die Zittau, Sachsen und Ostdeutschland keine Lösungen haben. Eines, das lange unterschätzt wurde: Es fehlen Frauen, in der Oberlausitz gut 2500 im Alter zwischen 25 und 40. Es gibt viele Begriffe für diese Zielgruppe, die altmodisch und uncharmant klingen: „heiratsfähig“ oder „gebärfähig“. Gemeint ist: Die Frauen können Kinder kriegen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Wir feiern 3 Jahre F+

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Die Todesanzeige lud zu einer „Stillen Abschiednahme“ ein – in Ermangelung von An- und Zugehörigen.

          Beerdigung ohne Angehörige : Der Alleingänger

          Es beginnt mit einer ungewöhnlichen Todesanzeige: Neben dem Namen des Toten heißt es, dass er mit weit über 80 in seiner Wohnung verstorben sei und keine An- und Zugehörigen bekannt seien. Wer war dieser Mensch?