Aufruf zu EM-Fahnenverzicht : Grüne Jugend erntet Sturm der Empörung
Mit einem Aufruf zum Verzicht auf Fahnen bei der Fußball-Europameisterschaft hat die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Am Freitagabend hatte die Grünen-Organisation über die sozialen Medien Facebook und Twitter erklärt „Patriotismus=Nationalismus. Fußballfans Fahnen runter!“.
Wir fordern alle Fußballfans dazu auf, nationalistischem Gedankengut keinen Raum zu lassen! #EURO2016 pic.twitter.com/sLwgc0a5GW
— GRÜNE JUGEND RLP (@GJ_RLP) 10. Juni 2016
Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) twitterte am Sonntagmorgen: „#GrüneJugend kapiert’s nicht: Fahnen der Fans sind das Gegenteil der Fahnen von einst: Symbol für weltoffenes, sympathisches Deutschland!“
Der SPD-Politiker Johannes Kahrs schrieb: „wie peinlich ist denn das. jetzt häng ich mir wieder ne deutschland flagge über den strandkorb. jawohl.“ CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der „Bild am Sonntag“, die Unterstützung der Nationalelf mit den Nationalfarben sei gesunder Patriotismus. „Besser Patriot als ein Idiot“.
Über Facebook wurde der Beitrag bis Sonntagmittag rund 8000 Mal geteilt und kontrovers diskutiert. Die Grüne Jugend hatte bereits am Samstag trotz der teils heftigen Reaktionen bekräftigt: „Wir bleiben dabei: Freude am Fußball statt an der Nation!“
Auch die Grüne Jugend Berlin mag sich an zu viel Schwarz-Rot-Gold nicht erfreuen:
Und auch die mittlerweile üblichen Morddrohungen ließen offenbar nicht lange auf sich warten:

