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Aufruf der Hausärzte : Die Corona-Pandemie muss relativiert werden!

Mitarbeiter von Gesundheitsamt und dem Deutschen Roten Kreuz warten am Sonntag in Grevenbroich darauf, Corona-Tests durchzuführen Bild: dpa

Alles ist relativ – und Streit ein Zeichen von Freiheit. Hausärzte warnen: In der Corona-Pandemie wird keine Politik aus Sicht des Menschen gemacht.

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          Wird bald die Corona-Leugnung unter Strafe gestellt? So weit ist es noch nicht. Aber mitunter wird schon der Eindruck erweckt, man könne zu dieser Pandemie im Grunde nur eine Meinung haben. So schrieb der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Konstantin von Notz auf Twitter: „Die große Schnittmenge der Anhänger der rechten Dolchstoßlegende ,Grenzöffnung 2015‘ und der Relativierer der Pandemie Covid-19 ist frappierend.“ Relativierer? Auch jeder Wissenschaftler, auch jeder Virologe in Sachen Corona relativiert ständig: Er setzt neue Erkenntnisse in das Verhältnis zu anderen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Und die Ansichten haben sich ja auch geändert – weil eben ständig neue Erkenntnisse hinzutraten und weiter hinzutreten. So sagte der Virologe Hendrik Streeck am 17. März der F.A.Z.; „Natürlich werden noch Menschen sterben, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: Es könnte durchaus sein, dass wir im Jahr 2020 zusammengerechnet nicht mehr Todesfälle haben werden als in jedem anderen Jahr.“ Das würde er womöglich heute nicht wiederholen, aber es entsprach eben seinem damaligen Kenntnisstand als jemand, der sich im besonders betroffenen Heinsberg mit vielen Corona-Fällen befasst hat.

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