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„Müssen wirklich aufpassen“ : Söder warnt vor früher zweiter Corona-Welle

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„Ich gönn’ allen ihre Ferien“: Markus Söder (CSU) am 16. Juni nach der bayerischen Kabinettssitzung auf dem Weg zur Pressekonferenz in München Bild: dpa

Bayerns Ministerpräsident sieht das Risiko zahlreicher regionaler Ausbrüche in der Republik wachsen. Es sei an der Zeit zu handeln. Die Kanzlerin erinnert an die Warn-App.

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          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. „Wir müssen wirklich aufpassen“, sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. „Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen.“ In der vergangenen Woche sei „unglaublich viel passiert“, sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, „ob diese Maßnahmen zu viel oder zu wenig sind“ – sondern man müsse „handeln und entscheiden“.

          Bayern habe darum entschieden, dass Touristen aus Risikogebieten zwar in bayerischen Hotels übernachten dürfen – aber nur mit einem negativen Corona-Test. Bayern sei damit „ein Vorreiter in Deutschland“. Wer einen negativen Test habe, dürfe im Freistaat Urlaub machen, alle anderen sollten sich erst einmal auskurieren. „Ich gönn’ allen ihre Ferien“, sagte Söder. Aber auch da müsse man aufpassen. „Corona bleibt tödlich.“

          Pünktlich zum Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten die Chefs von Bundeskanzleramt und Staats- und Senatskanzleien der Länder am Freitag diesen Weg als einheitliches Vorgehen beschlossen.

          Reisenden aus einem Kreis mit hohem Infektionsgeschehen dürfen nur dann in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht werden oder ohne Quarantänemaßnahme in ein Land einreisen, wenn sie mit einem ärztlichen Attest nachweisen, dass sie keine Infektion haben.

          Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte angesichts aktueller Corona-Ausbrüche an alle Menschen in Deutschland, weiter vorsichtig zu sein. „Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst - und die vom Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst“, sagte sie am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

          Sie forderte zur Nutzung der Corona-Warn-App auf und rief ebenfalls dazu auf, die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemieweiter einzuhalten.

          Zugleich sagte Merkel, sie sehe die Überwindung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen als zentrale Aufgabe für die  deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt. Die Pandemie habe bereits mehr als hunderttausend Menschen in Europa das Leben gekostet. „Und auch zentrale europäische Errungenschaften wie die Freizügigkeit und die offenen Grenzen waren und sind zum Teil noch eingeschränkt“, so die Kanzlerin weiter.

          Sie werde EU-Ratspräsident Charles Michel nach Kräften dabei unterstützen, so rasch wie möglich einen neuen EU-Haushalt aufzustellen und Aufbaumaßnahmen zu verabschieden, damit die europäische Wirtschaft wieder wachse und der soziale Zusammenhalt gesichert werde.

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