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Aufklärungsdrohne : Euro Hawk soll bald ersetzt werden

  • Aktualisiert am

Für mögliche spätere Verwendungen vorerst konserviert: die Aufklärungsdrohne Euro Hawk Bild: dpa

Vor acht Monaten scheiterte das Drohnen-Projekt „Euro Hawk“. Bei der Suche nach Ersatz für das Aufklärungsgerät gibt es nun Fortschritte.

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          Das Rüstungs-Bundesamt hat vier Vorschläge erarbeitet, wie das gestoppte Drohnen-Projekt „Euro Hawk“ ersetzt werden kann. Die Alternativen prüft derzeit das Verteidigungsministerium, bis Ende Januar sollen dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, die Ergebnisse vorgelegt werden. Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Die Entwicklung des „Euro Hawk“ war im Mai vergangenen Jahres wegen fehlender Zulassung für den deutschen Luftraum und einer drohenden Kostenexplosion abgebrochen worden.

          Mit den alternativen Vorschlägen zielt das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr darauf, das 288 Millionen Euro teure Aufklärungssystem Isis weiterzuverwenden. Dem Generalinspekteur sollen ein Passagierflugzeug für Mittelstrecken, ein kleines Geschäftsflugzeug und eine Drohne für mittlere Flughöhen vorgeschlagen werden, die zukünftig das Isis-System verwenden könnten. Außerdem schlägt das Rüstungsamt ein weiteres Flugzeug vor, das bislang noch ein anderes Aufklärungssystem nutzt.

          Drohnen konserviert

          Was mit dem ausgemusterten „Euro Hawk“-Prototypen passieren soll, ist weiter offen. „Der Auftragnehmer hat Konservierungsmaßnahmen durchgeführt, mit denen der Erhalt des technischen Zustandes bis Mitte Juni 2014 sichergestellt ist“, heißt es in der Antwort des Ministeriums. Ohne das Aufklärungssystem Isis hat die Drohne den Steuerzahler bislang 312 Millionen Euro gekostet.

          Der Linkspartei-Abgeordnete Andrej Hunko lehnte die Weiternutzung von Isis ab. „Das Signalerfassungssystem Isis ist ein fliegender Datenstaubsauger“, sagte er. Bei Aufklärungsflügen könnten auch Daten über Abgeordnete, Journalisten, Anwälte oder Menschenrechtsgruppen erfasst werden. „Die Bundeswehr hat es schlicht ignoriert, wie vorgeschrieben ein Datenschutzkonzept zu erstellen.“

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