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K-Frage der Union : Laschet sucht „noch heute“ das Gespräch mit Söder

Armin Laschet am Montag in Berlin. Bild: dpa

Das Meinungsbild in den CDU-Gremien war eindeutig, berichtet Generalsekretär Paul Ziemiak. Armin Laschet solle die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf führen. Doch Söder will offenbar noch nicht aufgeben.

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          Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat am Montag einen entscheidenden, vermutlich den wichtigsten Schritt in Richtung seiner Kanzlerkandidatur getan. Präsidium und Bundesvorstand der Partei unterstützten mit breiter Mehrheit die Kandidatur des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten bei der Bundestagswahl im September. Das Meinungsbild sei ist „eindeutig“, sagte Generalsekretär Paul Ziemiak auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag in Berlin. „Es gibt eine breite Unterstützung für Armin Laschet als Kanzlerkandidat für CDU und CSU.“

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.
          Timo Frasch
          Politischer Korrespondent in München.

          Ziemiak führte aus, es gehe um die Fähigkeit, zu führen, aber auch die Fähigkeit, ein Team anzuführen und zusammenzuführen. „All das verkörpert nach einhelliger Auffassung der Wortmeldungen Armin Laschet“, fasste Ziemiak die Diskussion in den Gremien zusammen, in denen es mehr als 40 Wortmeldungen gegeben habe. Laschet zeigte sich sehr erfreut „über die große Unterstützung“.

          Er wolle „noch heute“ das Gespräch mit Markus Söder suchen, der sich ebenfalls zu einer Kanzlerkandidatur bereiterklärt hatte, sagte Laschet.  „Alle wollen eine schnelle Entscheidung.“ Auf Nachfrage erklärte er aber, dass dies nicht bedeuten müsse, dass die Entscheidung noch am  Montag falle. Er betonte mit Rücksicht auf die Sitzung des CSU-Vorstands am Nachmittag, dass das Votum der CDU-Gremien keine Vorentscheidung über die Kanzlerkandidatur gewesen sei, sondern „Meinungsbild der CDU und ihrer 15 Landesverbände“.

          Laschet bemüht sich darum, nicht den Eindruck zu erwecken, die CDU entscheide alleine über die Kandidatur. Tatsächlich ist das aber so, da Söder nicht nur in den vergangenen Monaten immer wieder auf das erste Zugriffsrecht der CDU hingewiesen, sondern am Sonntag auch betont hatte, er und seine Partei würden auch eine Entscheidung der CDU zugunsten Laschets akzeptieren. Es werde auch dann weiter eine gute Zusammenarbeit geben. Die CSU will am Nachmittag zu einer Präsidiumssitzung zusammenkommen, allerdings anders als die CDU nicht in Präsenz, sondern digital. Alles andere als eine Unterstützung für die Entscheidung der CDU zugunsten Laschets wäre eine Überraschung. 

          In der CSU hatte sich schon vor den Gremiensitzungen der Schwesterpartei Lob an Lob für die Kanzlerfähigkeiten ihres eigenen Vorsitzenden gereiht. Landtagspräsidentin Ilse Aigner äußerte, Söder „wäre ein hervorragender Kanzlerkandidat“, der stellvertretende CSU-Generalsekretär Florian Hahn postete Nürnberger Rostbratwürste aus der Bundestagskantine – Söder stammt aus Nürnberg.

          CSU: Wir sind noch in der ersten Halbzeit

          Auffällig war aber auch, dass man in der Partei schon am Sonntag für den Fall vorgesorgt hatte, dass die CDU sich klar hinter Laschet stellen würde. Söder habe deutlich gemacht, dass er, wenn es ernst werde, „nicht den Schwanz einzieht“. Nun sei es an der CDU, über sein Angebot zu befinden. Wenn sie dies ablehne und sich für den Kandidaten mit den schlechteren Chancen entscheide, dann sei das eben so.

          Als es dann in den CDU-Gremien tatsächlich so kam, wollte man in der CSU zunächst noch nicht kleinbei geben. Man sei „noch in der ersten Halbzeit“, hieß es gegen Montagmittag aus München. Die anderen, also die von der CDU, hätten vielleicht ein Tor geschossen, aber es werde noch geprüft, ob es möglicherweise Abseits sei. Man solle jedenfalls die Dynamik nicht unterschätzen.

          Söder will noch nicht so schnell zurückziehen

          Am Nachmittag kam vom Fraktionsvorsitzenden der CSU im bayerischen Landtag die Forderung, eine Mitgliederbefragung solle über die Kanzlerkandidatur für die Union befinden. Die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten müsse auf eine möglichst breite Basis gestellt werden, sagte Thomas Kreuzer in München. Am Nachmittag hieß es aus CSU-Kreisen, Söder wolle nicht „vorzeitig“, also schon am Montag, zurückziehen.

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