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Überwachung : BND schöpft internationalen Datenverkehr ab

  • Aktualisiert am

420 Gigabyte pro Sekunde: Internetknotenpunkt De-Cix in Frankfurt am Main Bild: dpa

Auch der deutsche Geheimdienst zapft pauschal Daten des internationalen Kommunikationsverkehrs ab. Davon bleiben Nachbarländer nicht verschont.

          Der Bundesnachrichtendienst sammelt offenbar umfassender Daten als bislang bekannt. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Sonntag berichtet, werden auch Telekommunikationsdaten deutscher Nachbarländer wie der Schweiz aufgezeichnet. Vom BND würden „enorme Datenströme des internationalen Telefon- und Datenverkehrs kopiert, abgezweigt und systematisch nach Hunderten Handynummern, E-Mail-Adressen und Schlagworten durchsucht“, schreibt die NZZ.

          Erst in der vergangenen Woche hatte Griechenland Aufklärung über mögliche Späh-Aktivitäten des deutschen Nachrichtendienstes im eigenen Land gefordert, als eine Liste mit 195 Staaten auftauchte, in denen der Bundesnachrichtendienst die Kommunikation überwache. Die Bundesregierung dementierte das – auf der Liste seien jene Staaten erwähnt, durch die nachrichtendienstlich relevante Kommunikationsverkehre liefen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter. Die Erwähnung der Länder auf dieser Liste bedeute keineswegs, dass sie nachrichtendienstliche Ziele des Bundesnachrichtendienstes seien.

          Der NZZ liegt nach eigenen Angaben hingegen eine Liste zu überwachender Staaten aus dem Jahr 2010 vor, auf der sich 121 Länder befänden. Der BND forderte, „an Übergabepunkten eine vollständige Kopie der Telekommunikation bereitzustellen“, die über eine isolierte Leitung an die Zentrale des Nachrichtendienstes weitergereicht werde. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, greift der BND auch am größten Internetknotenpunkt der Welt, dem De-Cix in Frankfurt am Main, in großem Umfang Daten ab. Bis zu 420 Gigabyte Daten passieren den Punkt pro Sekunde. Im Mai hatte Harald Summa, der Geschäftsführer von De-Cix, betont, dass kein ausländischer Geheimdienst am Knotenpunkt Zugriff habe. Zu etwaigen deutschen geheimdienstlichen Aktivitäten äußerte er sich nicht.

          Rund ein Viertel der Mitarbeiter des BND arbeiten im Bereich der Datenabschöpfung. Nach Informationen der NZZ werden vereinzelt auch Gespräche ausländischer Nummern abgehört, etwa aus den Nachbarländern Norwegen, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, aber auch aus Großbritannien, Israel und Kanada.

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